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Einleitung.
gehabt haben, ohne den man nicht populär seyn kann.Denn wahre Popularität erfordert viele praktischeWelt« und Mcnfthcnkenntniß, Kenntniß von den Be-griffen, dein Geschmacke und den Neigungen der Men-schen, worauf bey der Darstellung und selbst der Wahlschicklicher, der Popularität angemessener, Ausdrückebeständige Rücksicht zu nehmen ist. — Eine solcheHerablassung (Condefcendenz) zu der Fassungskrastdes Publikums und den gewohnten Ausdrucken, wo-bey die scholastische Vollkommenheit nicht hintenange-setzt, sondern nur die Einkleidung der Gedanken so ein-gerichtet wird, daß man das Gerüste — das Schul-gerechte und Technische von jener Vollkommen-heit— nicht sehen läßt (so wie man mit VleysiifrLimen zieht, auf die man schreibt und sie nachher weg-ivischt) — diese wahrhaft populäre Vollkommenheitdes Erkenntnisses ist in der That eine große und selteneVollkommenheit, die von vieler Einsicht in die Wissen-schaft zeigt. Auch hat sie außer vielen andern Ver-diensten noch dieses, daß sie einen Beweis für die voll-ständige Einsicht in eine Sache geben kann. Denn dieblos scholastische Prüfung einer Erkenntniß läßt nochden Zweifel übrig: ob die Prüfung nicht einseitig sey,und ob die Erkenntniß selbst auch wohl einen von allenMenschen ihr zugestandenen Werth habe? — DieSchule hat ihre Vorurtheile so wie der gemeine Ver-stand. Eines verbessert hier das andre. Es ist daherwichtig, ein Erkenntniß an Menschen zu prüfen, deren.Verstand an keiner Schule hangt. —»
Diese