Einleitung.
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In Rücksicht auf das Wahre und Irrige in un-fercr Erkenntniß unterscheiden wir ein genaues voneinem roh-en Erkenntnisse. »--
Genau ist das Erkenntniß, wenn es seinem Ob«jcct angemessen ist, oder wenn in Ansehung seines Ob-jects nicht der mindeste Irrthum statt findet; — rohist es, wcnn Irrthümer darinn seyn tonnen, ohne ebender Absicht hinderlich zu seyn.
Dieser Unterschied betrifft die weitere oder en-gere Bestimmtheit unsers Erkenntnisses (cc^nirialaie vel Kricre cieiei'winsr-:). — Anfangs ist es zuwei-len nöthig, ein Erkenntniß in einem weitern Umfangezu bestimmen (lare >ierelwiu->re), besonders in historischenDingen. Zn Vcrnunft. rkenittnissen aber muß alles genau(lti-icce) bestimmt seyn. Bey der taten Determi-nation sagt man: ein Erkenntnis sey prserer, xroxterdetermimrt. Es kommt immer auf die Absicht einesErkenntnisses an, ob es roh oder genau bestimmt seynsoll. Die täte Determination laßt noch immer einenSpielraum für den Irrthum übrig, der a?er doch seinebestimmten Gränzen haben kann. Irrthum findet be-sonders da statt, wo eine late Determination für einestricte genonimcu wird, z. B. in Sachen der Mora-lität, wo alles stritte detcrminirt seyn muß. D>«das nicht thun, werden von den Englandern Latitu«dinarier genannt.
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