Einleitung.
Von der Genauigkeit, als einer objectiven Voll-kommenheit des Erkenntnisses — da das Erkenntniß hiervöllig mit dem Object congruirt — kann man noch di-eSubtilitat als eine subjektive Vollkommenheitdesselben unterscheiden.
Ein Erkenntniß von einer Sache ist subtil, wennman darinn dasjenige entdeckt, was Anderer Aufmerk-samkeit zu entgehen pflegt. Es erfordert also einenhohcrn Grad von Aufmerksamkeit und einen größcrn Auf-wand von Verstandcskrast.
Viele tadeln alle Subtilitat, weil sie sie nicht er«reichen können. Aber sie macht an sich immer dem Ver-stände Ehre und ist sogar verdienstlich und nothwendig,so fern sie auf einen der Beobachtung würdigen Gegen-stand angewandt wird. — Wenn man aber mit einetgeringern Aufmerksamkeit und Anstrengung des Verstau-des denselben Zweck hatte erreichen können, und man ver-wendet doch mehr darauf: so macht man unnützen Anf-wand und verfallt in Subtilitaten, die zwar schwersind, aber zu nichts nützen (nuzse M6ci1es). —
So wie dem Genauen das Rohe, so ist dem Sub-tilen dasGrobe entgegengesetzt.
Aus der Natur des Irrthums, in dessen Begriffe,wie wir bemerkten, außer der Falschheit, noch der
Schein