Einleitung. 95
dem Inhalte nach wirklich erweitert. >»- Dieses si)n«thetischen Verfahrens in Deutlichmachung der Begriffebedient sich der Mathematiker und auch der Natur.Philosoph. Denn alle Deutlichkeit des eigentlich ma-thematischen so wie alles Erfahrungserkenutnisses beruhtauf einer solchen Erweiterung desselben durch Synthe-sis der Merkmale.
Wen» ich aber einen Begriff deutlich mache: fswachst durch diefe bloße Zergliederung mein Erkenntnißganz und gar nicht dem Inhalte nach. Dieser bleibtderselbe; nur die Form wirb verändert, indem ichdas, was in dem gegebenen Begriffe schon lag, nurbesser unterscheiden oder mit klarerem Bewußtseyn er-kennen lerne. So wie durch die bloße Illuminationeiner Charte zu ihr selbst nichts weiter hinzukommt: sowird auch durch die bloße Aufhellung eines gegebenenBegriffs vermittelst der Analysis seiner Merkmale« die-ser Begriff selbst nicht im mindesten vermehrt.
Zur Synthesis geHort die Deutlichmachung derObjecte, zur Analysis die Deutlichmachung der D e»griffe. Hier geht das Ganze den Theilen, dortgehen die Theile dem Ganjen vorher.Der Philosoph macht nur gegebene Begriffe deutlich.—Zuweilen verfährt man synthetisch, auch wenn der Be»griff, den man auf diese Art deutlich machen will, schongegebenist. Dieses findet oft statt bey Erfahrungs-sätzen, wofern man mit den, in einem gegebenen Be«
. griffe