n6 " Einleitung.
bestimmende hat. — Dergleichen Urtheile habenalso ihren guten Nutzen und es ließen sich sogar Regelndarüber geben, wie wir vorläufig über ein Objecturtheilen sollen.
Von den vorlaufigen Urtheilen müssen die Vor»urtheile unterschieden werden.
Vorurtheile find vorläufige Urtheile, in so fer-ne sie als Grundsätze angenommen wer.b c n. — Ein jedes Vorurtheil ist als ein Princip ir-riger Urtheile anzusehen und aus Vorurthcilcn entsprin-gen nicht Vorurthcile, sondern irrige Urtheile. —Man muß daher die falsche Erkenntniß, die aus demVorurtheil entspringt, von ihrer Quelle, dem Vorur-theil selbst, unterscheiden. So ist z. V. die Beden«tung der Traume an sich selbst kein Vorurtheil, son-dern ein Irrthum, der aus der angenommenen allge-meinen Regel entspringt: Was einigemal eintrifft,trifft immer ein oder ist immer für wahr zu halten.Und dieser Grundsatz, unter welchen die Bedeutung derTraume mit gehört, ist ein Vorurtheil.
Zuweilen sind die Vorurtheile wahre vorlaufigeUrtheile; nur daß sie uns als Grundsätze oder als b e-stimmende Urtheile gelten, ist unrecht. Die Ursachevon dieser Tauschnng ist darinn zu suchen, daß sub-jective Gründe fälschlich für objective gehalten werden,aus Mangel an Ueberlegung, die allem Ur-theilen