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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
118
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Einleitung.

aus Nachahmung kann man auch den Hang zumpassiven Gebrauch der Vernunft nennen;oder zum Mechanism der Vernunft, stattder Spontaneität derselben unter Ge-setzen.

Vernunft ist zwar ein thatiges Princip, das nichtsvon bloßer Autorität Anderer, auch nicht einmal, wennes ihren reinen Gebrauch gilt, von der Erfahrungentlehnen soll. Aber die Trägheit sehr vieler Men-schen macht, daß sie lieber in Anderer Fußtapfen tre-ten, als ihre eigenen Verstandeskrafte anstrengen. Der-gleichen Menschen tonnen immer nur Copien von An-dern werden, und wären Alle von der Art, so würdedie Welt ewig auf einer und derselben Stelle bleiben.Es ist daher höchst nothig und wichtig: die Jugendnicht, wie es gewöhnlich geschieht, zum bloßen Nach-ahmen anzuhalten.

Es giebt so manche Dinge, die dazu beytragen,uns die Maxime der Nachahmung anzugewöhnen unddadurch die Vernunft zu einem fruchtbaren Boden vonVorurtheilen zu machen. Zu dergleichen Hülfsmittelnder Nachahmung gehöre«

i) Formeln. Dieses sind Regeln, derenAusdruck zum Muster der Nachahmung dient. Siesind übrigens ungemein nützlich zur Erleichterung beyverwickelten Sätzen und der erleuchtetste Kopf sucht da.her dergleichen zu erfinden. ?

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