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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
119
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Einleitung.

s) Spruche, deren Ausdruck eine große Abge-messenhcit eines prägnanten Sinnes hat, so daß esscheint, man tonne den Sinn nicht mit weniger Wor-tcn umfassen. Dergleichen Aussprüche (äicra), dieimmer von Andern entlehnt werden müssen, denen maneine gewisse Unfehlbarkeit zutraut, dienen, um dicftrAu-torität willen, zur Regel und zum Gesetz. Die Aus,Müche der Bibel heißen Sprüche x-i-r' e^o^qv.

z) Sentenzen, d. i. Satze, die sich empfeh-len und ihr Ansehen oftIahrhundcrte hindurch erhalten,als Producte einer reift» Urtheilskrast durch den Nach-druck der Gedanken, die darinn liegen.

4) Onones. Dieses sind allgemeine Lehr-sprüche, die den Wissenschaften znr Grundlage dienenvnd etwas Erhabenes und Durchdachtes andeuten.Man kann sie noch auf eine scntentiöfe Art ausdrücken,damit sie desto mehr gefallen.

5) Sprüchw orter (proverbia). Diesessind populäre Regeln des gemeinen Verstandes oderAusdrücke zu Bezeichnung der populären Urtheile dessel-ben. Da dergleichen bloß provinziale Sätze nurdem gemeinen Pobel zu Sentenzen undCanoncn dienen:so sind sie bey Leuten von feinerer Erziehung nicht an«zutreffen.

Aus den vorhin angegebenen drey allgemeinen Quel-len der Vorurthcile, und insbesondre aus der Nachah-

H 4 mnng.