daß der Markt und alle Buden wieder offen standen. Die europaͤischen Konsulnhatten dem Paſcha zugeredet; und diſer haͤlt nun mit ſeinen Soldaten ſtrenge Ord-nung. Es war Feuer im Quartiewer Franken ausgebrochen; man fuͤrchtete ſichwaͤhrend deſſelben ſehr vor dem tuͤrkſchen Poͤbel. Aber der Paſcha hielt denſelbenim Zaum, und die franzoͤſiſche Faͤhre durfte Leute an's Land bringen um dasFeuer zu loͤſchen. Aus Konſtantinopel haben wir Nachrichten, die nur 11 Tagealt ſind. Es iſt daſelbſt alles ruhig.
Von der Donau, den 24. Dez.
Zuverſichtliche Nachrichten aus Widdin bis zum 9. dieß erwaͤhnen nur wenigdes viel besprochenen ſerbischen Aufſtandes, dagegen hat der Kapidſchi Baſchi vonSalonichi dem Pascha von Widdin die Nachricht von der Vernichtung der griechi-schen Inſurgentenmacht auf Kaſſandra nach einer hartnaͤckigen Schlacht die 14Stunden dauerte, und worinn die Griechen uͤber 6000 Mann verloren, amtlich be-richtet. Zahlreiche Abtheilungen von Griechen legten, nach diesem tuͤrkischen Be-richte, die Waffen nieder, andere fluͤchteten sich auf hydriotische Schiffe, die fort-waͤhrd die Meere der Umgegend unſicher machen. Die Letztern hatten mehrere Lan-dungen an den Kuͤſten unternomnen, kleine Staͤdte und Doͤrfer zerſtoͤrt und Auf-rufe ausgestreut. Der Pascha hat bereits Maaßregeln getroffen, diesem Unfugein Ende zu machen; 22,000 Asiaten ſind von ihm zur Verstaͤrkung Churſid Paſcha'sdetaſchirt worden. Die Tuͤrken schmeicheln sich, die Belagerung des Kastells vonJanina werde durch einen allgemeinen Sturm, dessen Erfolg kaum zweifelhaft iſt,enden. Bozen, den 24 Dez.
Heute Fruͤh zwiſchen 6 und 7 Uhr ereignete sich auf einem Bauernhofe zuGuntſchn bey Gries, naͤchſt Botzen, ein in dieſer Gegend noch unerhoͤrter Ungluͤcks-fall. Eine über beſagtem Bauernhofe gelegene betraͤchtliche Wieſe durch das kuͤrzlicheingetretene Schnee= und Regenwetter los gemacht, stuͤrzte ſich ploͤtzlich, die groͤß-ten Felſenſtuͤcke mitreißend unaufhaltſam auf das Haus deſſelben herab, und zer-truͤmmerte deſſen ganzen hintern Theil bis auf den Grund. Der Familienvaternebſt ſeinen kleinen Kindern retteten sich mit großer Anstrengung und Geistesge-
genwart von der augenſcheinlichen Todesgefahr Sein braves wirthſchaftlichesWeib wurde waͤhrend des Beheizens der Stube durch obige fuͤrchterliche Lavine der-gestalt bedeckt, daß, trotz aller zu ihrer Rettung getroffenen Anſtalten die Ar-beiter noch nicht die geringſte Spur von der Verungluͤckten ausfindig machen konn-ten. Es drohen dem Anſcheine nach noch mehrere Felſen herabzustuͤrzen.
Madrid, den 11 Dez.
Wir ſind hier fortwaͤhrend in großen Beſorgniſſen. Der Bericht der Kom-miſſion der Cortes hat keine Partey befriedigt Die eine iſt wuͤthend daß mandie Ausſchweifungen des Hypor-Liberalismus zu tadeln gewagt hat, und die an-dere hofft wenig von der einfachen Erklaͤrung einer Verſammlung, die das Anſe-hen nicht genießt das ſie haben ſollte, und in wenigen Tagen auseinander gehenwird, um, wie die neueſten Wahlen vermuthen laſſen, gerade den exaltirteſtenKoͤpfen Platz zu machen. Die Beſorgniß des rechtlichen Bürgers ſieht ſchon inder Ruͤckkehr des Koͤnigs vom Eskurial den Zug Ludwigs XVI von Verſailles nachParis und fluͤchtete bereits zu dem leidigen Troſtgrunde gezwungen daß das Pa-lais welches der Koͤnig jetzt zu seiner Wohnung gewaͤhlt hat feſt genug iſt denAnfaͤllen eines irregeleiteten Poͤbels zu widerstehen Es liegt beynahe am Endeder Stadt auf einer ſteilen Höhe zu der man nur von der Stadtſeite her gelangenkann Die Mauern haben 14 Fuß Dicke und die Thore ſind von Erz Unterir-diſche Gewoͤlbe und Gaͤnge reichen bis an den Manzanares hinab und haben meh-rere Ausgaͤnge in das freye Feld von denen einer nach Caſa del Campo fuͤhrt demLandſitze des Koͤnigs jenſeits des Fluſſes deſſen Park mit dem koͤnigl Walde vonPardo zusammen haͤngt der ſich bis an den Fuß der Guadarama-Gebirge erstreckt.