die ſchwarze Weide genannt, der Rhode Hinterforſt gehoͤrig, ſtrotzend von ſchoͤnemBauholz, liegt groͤßtentheils zerſchinettert da. Der Windzug war von Oberriedund Unter⸗Kamor her. In der Ecke vom Hinterforſt hatte der Wind freyen Tum-melplatz. Weiter hinunter im Rheinthal ſoll er ſchwaͤcher geweſen ſeyn. Au meh-reren Orten, ſelbſt in der Naͤhe von Altſtaͤdten wurden Scheunen ganz abgedeckt,auch umgeſtuͤrzt, und heute Abends 5 Uhr war man noch beſchaͤfftigt, die Fuͤtterunghervorzuziehen, waͤhrend anderwaͤrts arme Leute ihre Habe flüchten, um ſie in ih-rem dachloſen Hauſe nicht den Regenguͤſſen auszuſetzen. Die Straße auf den Stoßkonnte heute noch nicht befahren werden, denn die Baͤume lagen noch Abends queruͤber die Straße hin. Von Oberried und den obern Gegenden des Rheinthals ver-nimmt man eben den Jammer.— Auf dem Zuͤrcherſee wuͤthete ſchon am 21. eingewaltiger Sturm. Ein mit 32 Faͤßchen Brandtwein und audern fuͤr Glarus be-ſtimmten Waaren beladenes, von Horgen nach Staͤfa gehendes Schiff ward umge-worfen; 2 Schiſffer von Staͤfa, Schwiegervater und Tochtermann und ein Glarnervon Retſtal ertranken. Die Ladung wuͤrde groͤßtentheils bey Uetikon und Maͤ-nidorf an's Ufer getrieben. — Vom 24. ſind aus den Gegenden von Sargans undWerdenberg und aus Graubuͤndten noch traurige Berichte zu beſorgen.— Der Or-kan vom 24. hat auch in Appenzell ungeheuren Schrecken und großen Schaden ber-urſacht. Seit 1750 weiß man nichts Aehnliches— Noch andere Briefe vom 25.Abends aus Altſtaͤdten zeichnen das gleiche Bild der Verwuͤſtung aus der Umgegendbis Oberried, Eichberg ꝛc. dieſe geben den Barometerſtand auf 12 unter Null an.Gegen Mitternacht, meynen viele, Erdbeben verſpuͤrt zu haben; vielleicht haben diegewaltigen Windſtoͤße ſie getaͤuſcht. Glaubwuͤrdige verſichern, naͤchſt der Stadt(auch bey St. Gallen) feurige Meteoren geſehen zu haben. In St Gallen ſtuͤrmtees/ doch nicht außerordentlich.Augsburg, den 31. Dez.Den 28. Abends um 6 Uhr 35. Min. 32 Sek. erſchien am oͤſtlichen Himmelꝓloͤtzlich ein heller, roͤthlicher und etwas feuriger Streif, welcher der ſcheinbarenForm dem Schweife des großen Kometen vom Jahre 1811 ſehr aͤhnlich war DieRichtung dieſes Streifes war ganz vertikal, gegen den Horizont etwas ſchmaͤler,oben aber breiter und mehr feuriger und ſtralichter. Die ſcheinbare Laͤnge betruguͤber 15 Grad; es konnte aber die ganze Laͤnge nicht beſtimmt werden, weil derobere Theil von einer dichten Wolke bedeckt wurde, uͤber welcher noch eine duͤnnereWolke einen hellen von dieſem Streife reflektirten Schein erhielt. Unter dieſemStreife bemerkte man am oͤſtlichen Horizont einen hellen ausgebreiteten Schein. Dieganze Erſcheinung dauerte nur gegen z 1ſ2 Minuten. Nebſt den meteoriſchen Er-ſcheinungen zeichnet ſich dieſer Monat auch in meteorologifſcher Hinſicht ſehr aus.Nach den Beobachtungen des Herrn Domkapitularen Stark war am 12. Dez. Mit-tags um 2 Uhr 26 Min. der hoͤchſte Stand des Barometers 26 Zoll 11 4ſ10 Lin.und am 25. Fruͤh 3 Uhr 42 Min. der tiefſte Stand 25 Zoll 6 1ſ10 Lin., auf welcheTiefe der Barometer ſchnell herab ſank, indem er Tags zuvor Fruͤh um 7 Uhr nochauf 26 Zoll 2 3ſ10 Lin. geſtanden. Waͤhrend dieſer ſchnellen Veraͤnderung der Ela-ſtizitaͤt der Luft am Barometer, nahm auch die Lockerheit der Luft am Manometerum 3 8ſ10 franzoͤſiſche Gran zu. Die ſchnelle Veraͤnderung des Barometers in die-ſem Monate betrug 8 2ſ10 Linien, und die groͤßte ſehr auffallende Veraͤnderung deſ-ſelben Zoll 5 3ſ10 Lin. Außer einigen heftigen Windſtoͤßen von Weſten bemerk-te man am 25. in der hieſigen Gegend keine andere Folgen. Dagegen folgte aufden ſchnellen Barometerfall von 7 2ſ10 Line am 16. April 1817 Mittags von 31ſ4bis 4 1ſ2 ein Gewitter mit ſehr heftigem Sturm, welcher Baͤume ausriß, Daͤcherabdeckte, und viele Verwuͤſtungen anrichtete, wie in dem meteorologifchen Jahr-buche von 1817 von dieſem Beobachter von Seite 13 bis 16 zu ſehen iſt. Die groͤß-te Veraͤnderung des Barometers betrug damals 1 Zoll 3 7ſ10 Lin., und der tiefſte
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(2.1.1822) 2 Augsburgische Ordinari Postzeitung
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