Kitzbichl, den 27. Dez.Die heurige Cbristnacht war in unserer Umgegend wirklich sehr merkwürdig,es erhob sich mitten in der sonst so rauhen Winterszeit, wo jetzt ringsum die Flureuvon Schnee fast gänzlich entblößt sind, und worauf die Vieh-Hecrden ununterbro-chen weydeten, von Süden herauf ein fürchterlicher Sturm, gerade in der heiligenStunde der Mitternacht. Donnerähnliches Gebrülle mischte sich in das Klirrender Fenster und in das Krachen der in ihrer Grundfeste erschütterten Gebäude. Amschrecklichsten hauste dieser Sturm auf den Dächern , deren Schindeln undSteine, mit welchen erstere beschwert werden, mit größter Gefahr der Herumge-henden auf die Platze und Gassen geschleudert wurden, daß sie dicht den Boden be-deckten. — Vorzüglich aber tobte dieses Ungewitter in der Gegend vom Jochberge,wo es weder eines Hauses noch eines andern Gebäudes schonte. Ja viele, sehr vie-le wurden ihrer schützenden Hülle, der Dächer, gänzlich beraubt. Auch ganzeParthien von Wäldern wurden hingestreckt und zersplittert. Die stärksten und mas-^vsten Eichen, die Jahrhunderte dem Sturme trvtzten, wurden entwurzelt undzerschmettert. Die ältesten Manner erinnern sich nicht, je ein so fürchterlichesSchanspiel gesehen zu haben. Der dadurch verursachte Schaden ist sehr groß;«och weiß man bis jetzt noch nichts, daß dabey ein Mensch verunglückt wäre.Dank der Vorsehung!
Augsburg , den 5. Jan.In unserer Stadt, die sich von jeher durch regen Sinn für Werke der Wohlthä-tigkeit rühmlichst auszeichnete, ist die Errichtung einer Ersparnißkasse, zu deren Be-gründung die berühmten Wechselhauser, Joh. Lorenz Schäzler, Carli undComp.,G. G. Süßkind und Wohnlich und Fröhlich, sich vereinten, und vorläufig eine Sum-me von 50,000fl. in fünfprozentigen baierischen Staatspapieren zusammen schoßen,von der kon. Kreisregierung genehmigt und die Statuten derselben bestätigt worden.Der Zweck dieser am 2. Febr. 0.1. zu eröffnenden Wohlthätigkeitsanstalt ist, den we-niger bemittelten Einwohnern, und vorzüglich der dienenden und arbeitenden Klasse,Gelegenheit darzubieten, ihre Ersparnis in sichere und Zinsen tragende Verwahrungzu bringen, und sich so einen Nothpfenning zu schaffen. Die Anstalt, die sich vor allenihrer Art, außer vollkommenster Sicherstcllung, durch einen hoher» Zinsfuß auszeich-vet, hat die gerechteste Ansprüche auf die achtungsvolle Anertenung aller Menschen-freunde, so wie auf den wärmsten Dank derjenigen, denen sie zunächst gewidmet ist,
(Bekanntmachung.) Von der unterfertigten Behörde werden am Mittwoch den16. dieß Monats auf dem Salzstadel bey heil. Kreuz iu Augsburg von dem dortselbstaufliegenden Roggenvorrath von iHiy Zoo Schaffe! im Wege öffentlicher Versteige-rung, unter Vorbehalt höchster Ratifikation, verkauft. Kaufsliebhaber haben sicham bemeldten Tage Vormittags 10 Uhr auf genanntem Fruchtkasten einzufinde».'Zusmarshausen , den z. Jan. 1822. K. b. Rentamt. S chellhorn , Rentbeamter.
Die auf den 14. dieß angezeigte Perlenversteigerung in München kann nicht vorsich gehen. ' K. G. B. S. u nd M. Administrati on.
Unterzeichnerer hat die Ehre, diesen Karneval 5 Redouten zu geben; die be-stimmte Tage sind folgende: Montag den 7. Jan., Montag den 54. Jan., Montagden 21. Jan., Montag den 4. Febr., Montag den n. Febr. Das Entre für jedePerson ist 1 fl. 12 kr., Gallerte 24 kr. Der Anfang jeder Redout ist Abends um 9 Uhr,wozu sich einem hohen Adel und hochzuverehrenden Publikum bestens empfiehlt^_ > __ I. G. Schmid, Traiteur.
(Auffoderung.) Ich fodere hiemit Herrn ^. W., auf, seine bewußte
Verbindlichkeit gegen mich in-kürzester Zeit z» vollziehen, widrigenfalls ich gezwun-gen wäre, Obgedachten öffentlich prostituiren zu müssen. Bogen, den 22. Dez. 1821.
Joh. Bapt. Fleischm.i nn, Landgerichts - Apothe ker.
' In Lir. D. Nie. 158. auf dem Kesselmarkt ist ei» guter und geräumiger Som-merkeller ju vermiethen. -