solche Staatsbank sowohl für den Staat als für das handelnde Publikum isi, daSdadurch Gelegenheit hat, seine Gelder leicht umzusetzen.
Odessa , den 2. Jan.Die von Konstantinvpel gekommene Nachricht von Einstellung der Feindselig-keiten zwischen den Persern und Türken macht hier außerordentliche Sensation, unddürfte auch in Petersburg Aufmerksamkeit erregen. Ohne Zweifel haben die engli-schen Agenten in Pcrsicn alles Mögliche gethan, um dieses Ziel zu erreichen. Ammeisten bedauert man das in Folge dieser Umstände, vielleicht selbst von seinem Va-ter, beschlossene, und wie einige Briefe wissen wollen, bereits erfolgte tragischeEnde des persischen Prinzen Muhamed Ali Mirs., Kerman-schah, eigentlichen Thron-folgers von Persien , den aber sein Vater durch einen Machtspruch von der Succes-sion ausgeschlossen hatte. Dieser hoffnungsvolle Prinz soll plötzlich in seinem La-ger tod gefunden worden seyn, und hierauf die Perser, nach Abschluß eines Ver-trags, eilig ihren Rückzug angetreten haben. -Da der Schah von Psrsien dasBenehmen seines Sohnes langst mißbilligt hatte, so waren diese Zwisiigkeiten na-türlich beygelegt, und zugleich für die Zukunft ein machtiger Prätendent an die Kro-ne Pcrsiens auf ewig zum Schweigen gebracht. Es heißt, seine Mutter und seinemännliche Nachkommenschaft seyen ebenfalls auf unbegreifliche Art in seinem beySchiras gelegenem Harem rimgekommen. So vereinigen sich zu Gnnsten der Türkenalle nur erdenklichen Ereignisse, und es ist daher kein Wunder, daß der Muselmanndie Christen nur immer mehr verachtet, und sich für ein auserwähltes Volk hält!Er glaubt in seinem Nedermuthe, alle Christen seyen nur zu seinem Dienste auf derWelt. Die hier befindlichen griechischen-Ausgewanderte» sind durch, diese Ereig-nisse sehr gebeugt, wozu die Ankunft des französischen Botschafters, Latour-Mau-bourg, in Konstantinvpel, den sie als einen neuen Associe der Pforte ansehe.«, auchetwas beyträgt.
Von der Donau , den 14. Jan.Nachrichten aus Widdin zufolge hat die Bewaffnung der Türken in Bosnieneinige Unordnungen hervor gebracht; übrigens isi diese Provinz ruhig. Bey derletzten Einnahme von Kassandra durch die Türken (das sie aber bald darauf wiederverloren) eroberten dieselben nur 2 Kanonen und machten 200 Gefangene, die so-gleich geköpft wurden. In Salomchi herrscht anscheinend Ruhe. Die Ruhestö-rer werden streng bestraft.
Turin , den Z.Jan.Das Syndikat von Genua macht bekannt, daß zufolge eines Reglements desDivisions-Kommandanten alle in Genua wohnenden Offiziere und Adelichcn sichSinnen 5 Tagen zu einem deßhalb eröffneten Protokolle erklären müssen, ob sie ge-sinnt seyen, sich gemäß des ßönigl. Edikts vom n.Dez. znr Eidesleistung nach Tu-rin zu begeben. Im Entstehungsfalle haben sie ihre Entschuldigungsgründe schrift-lich vorzulegen, welche alsdann der Generalkommandant der höchsten Entscheidungvorlegen wird. — Der nämliche Sturm, der bey uns so große Schäden nnd Ver-wüstungen anrichtete, hat auch an den Küsten der Normandie seine verheerendenWirkungen geäußert. Das schlimme Wetter nahm dort am 21. Abends seinenAnfang, und am 25. war die ganze dortige Küsiengegend mit Schiffstrümmern,Waare» und Leichnamen bedeckt. Ans denHäven vonHavre, Fekamp, St.Ma-lo, Calais, Brest :c. laufen mit jedem Augenblicke Trauernachrichten ein.
Mit Billeten des Staatssekretariats wurden die Kardinäle Galetti, Castig-tiolli, de Gregorio und Nivarola zu Mitgliedern der Kongregation der Ablässeund der Reliquien, u»d Monsig. Peter Marini zum Mitgliede der Kongregationder Peterskirche ernannt. — Am 27. Dez. brachen aus dem Kerker zu Vetrallaacht theils zur lebenslänglichen, theils zur zeitlichen Galeerensirafe verurtheilte Ver-