Ausgabe 
(23.1.1822) 20
 
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b?echer aus, eS wurden aber durch die Thätigkeit der PoUzeybehvrden und der Karabiniere schon am 31. in einem landlichen Wohnhause sechs derselben verhaftet ,und wieder in ihr Gefängniß zurück geliefert.

Havannah, den 28. Nov.

Verschiedene Personen von Stand find von Mexiko hier angekommen, un»haben eine betrachtliche Menge Gold und Juwelen mit sich gebracht. Sie flohendarum ans Mexiko , weil sie glaubten, die Unabhängigen würden sie mißhandeln,und sie ihrer Habe berauben. Die Nachricht, die sie mitgebracht haben, ist voneiniger Wichtigkeit, nämlich, daß das ganze Negierungssystem von den Patriotenohne alles Blutvergießen eingeführt sey, und daß die Präsidenten der verschiedenenDepartements ihre Stellen angetreten hätten. Unter diesen befanden sich aucheinige, die unter der altspanischen Negierung in einer gleichen Anstellung geoient,sich aber jetzt mit den Freyheitsfreunden bereinigt hätten, indem sie wohl einsa-hen, daß Widerstand ganz zwecklos sey. kaut Nachrichten aus Peru hatte»sich die Forts von Callao der chilischen Armee am 15. August noch nicht ergeben,und da General San Martin kein unnützes Blut zu vergießen wünschte, so hatte«r zwar der Stadt das Wasser abschneiden, aber sie noch nicht angreifen lassen.

Barcellona, den 2. Jan.

Barcelona hat am 30. Dez. seine Unabhängigkeit proklamirt. General Villa--Campa versuchte vergebens sich dieser Veränderung zu widersetzen; er wendete sichan jedes Regiment besonders, um sie zum Gehorsam zurück zu führen; allein alleantworteten ihm mit dem Ausruf: Es lebe die Konstitution! Nieder mit den Mi-nistern. Dieser General hat hierauf Barcellona verlassen. Der Aufstand wurdevon dem Oberst Costa, Kommandant der Nationalgarde geleitet, der während derganzen Zeit, wo Barcellona von der epidemischen Krankheit verwüstet wurde, dieOrdnung und Ruhe aufrecht erhielt. Für Catalonien ist eine Aushebung vo«30,000 Mann beschlossen worden.

Spanische Gränze, den 9. Jan.

Die schnelle Aufhebung des Gesundheitskordons und die übereilte Rückkehr derEinwohner nach Barcellona scheint diese Stadt mit einem wiederholten Angriff desgelben Fiebers zu bedrohen. Wenn die seit einigen Tagen eingetretene Kälte de»Fortschritten der Irankheit nicht Einhalt thut, so müssen wahrscheinlich die Ein-wohner Barcellona wieder verlassen. Seit einiger Zeit waren zwischen Spa-nien und den unabhängigen südamerikanischen Staaten friedliche Unterhandlungeneingeleitet, und, dem Vernehmen nach, soll man im Begriff seyn, einen Vertragabzuschließen.

Brüssel, den 14. Jan.Die Grafin Survillers (vormalige Königin von Spanien und Gattin JosephBonaparte's ) ist mit ihrer ältern Tochter hier eingetroffen, wo fich auch jetzt ihreSchwester, die Königin von Schweden und Norwegen , befindet. Es wird in hie-siger Stadt die Vermählungsfeyer zwischen der ältern Tochter Joseph Bonaparte's und einem von Rom hier ebenfalls angekommenen Sohne Lucian Bonaparte's Stattfinden. Die jüngere Tochter der Gräfin Survillers ist nach den vereinigten Staa-ten von Amerika abgereist, wo sie sich in Zukunft bey ihrem Vater aufhalten wird.Joseph Bonaparte hat keine andern Kinder, als diese beyden Töchter, mithin istdie in öffentlichen Blättern, und namentlich in einem Korrespondenzartikel aus Rom in der allgemeinen Zeitung mitgetheilte Nachricht, als sey die Vermählung eineSSohnes Joseph Bonaparte's mit einer Tochter Lucian Bonaparte's im Werke, un-richtig und auf diese Art zu berichtigen. Wie es heißt, wird sich der ältere SohnLucian Bonapartes, nach seiner Vermählung mit der altern Tochter Joseph Bo-naparte's, mit dieser ebenfalls nach Amerika begeben, und dort bey seinem Oheimseinen künftigen Wohnsitz nehmen.