Ausgabe 
(23.1.1822) 20
 
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Granztraktat zur dauerhaften Bestimmung i>es beyderseicigen Gebietes abgeschlvs-sen worden war, so wurden die Traktats-Ratifikationen am Lc>. Dez in Reggi»zwischen den respektive» Bevollmächtigten ausgewechselt»

Madrid , den 3. Jan.

Die Kaoets <!s Mgäriä, das offizielle Organ der Negierung, enthalt eine»merkwürdigen Artikel, aus dem hier das Wichtigsie folgt:Seit langer Zeitbeobachteten wir ein tiefes Schweigen über die widersprechenden und ungereimtenWeissagungen und Mährchcn einiger französischen Blatter über Spanien . Wirbrechen dieses Schweigen jetzt, besonders weil man fortwahrend Gerüchte von ei-nem Zusammenziehen französischer Truppen an den Pyrenäen verbreitet, um unsdurch solchen Trug zu beunruhigen. Die neueste Veränderung des französischen Ministeriums könnte den Urhebern solcher lügenhaften Gerüchte Gelegenheit geben,ihre schändlichen Anstrengungen zu verdoppeln, um beyde Nationen in Besorgnißzu setzen. Deßhalb widerlegen wir dieses Gerücht durch die Erklärung, daß sichjene angeblichen Truppenzusammcnziehungen auf Vorsichlsmaaßregeln beschranken,welche die herrschende ansteckende Krankheit erforderte. Wenn auch Nationalgar-den in Bewegung gesetzt sind oder werden, so geschieht dieses nur zur Erleichterungder Truppen. Unser Minister zu Paris hat, durch diese Gerüchte veranlaßt, dieSchritte gethan, welche des Stellvertreters einer großen Nation würdig sind, unddas französische Kabinet denkt ganz anders, als die Feinde der öffentlichen Ord-nung, deren es in beyden Völkern giebt. Auch irren sich diejenigen sehr, und ken-nen die Spanier wenig, welche durch solche Mittel uns zu entmuthigen oder inFurcht zu setzen hoffen. Die spanische Nation wünscht Friede mir allen Machten,aber darum wird sie vor Niemand zittern, wenn sie in den Fall kommen sollte, ei-nen Krieg führen-zu müssen. Die Spanier, welche gegen alle Truppen des Fest-landes gefochten haben, wahrend ihr Vaterland von dem ersten Heerführer desJahrhunderts mit Krieg überzogen war, werden von Neuem das Beyspiel zu gebenwissen , daß man ein Volk nicht ungestraft angreift, das seine Würde kennt, undstark durch eine repräsentative Regierung und eine Verfassung ist, welche wir gegenjede Störung von Innen, wie von Außen, zu vertheidigen entschlossen sind."

Paris , Ven 16. Jan.

Das neue Ministerium ist nun im Gange, gestützt auf Manner seiner Mey-nung. Die Ernennungen, die letzthin derMoniteur geliefert, sind, wie man ver-sichert, nur das Vorspiel des großen Entwurfes, den ganzen Personalstand derVerwaltung zu erneuern. Doch fühlt man das Gefährliche desZuschncllgehens rechtwohl, und wäre es nicht dringend gewesen, für die bevorstehende kitzliche Erörte-rung des Preß-und desJournal-Polizeygesetzes einige bedeutende Freunde in derDcputirrenkammer zu werben, so würde man mit so manchen Ernennungen nochhinter dem Berge gehalten haben. Allein gewisse Deputirte machten Miene, ge-gen jene Gesetze zn sprechen; diese mußten zum Schweigen gebracht werden.Man versichert, daß man im russischen Gesandtschaftshotel mit großer Ungeduldder Rückkehr des Sekretärs entgegen sieht, der als Kurier nach Petersburg andem Tage (15. Dez.) abgesendet wurde, an dem der neue Ministerwechsel bekanntgemacht worden.

Aus Frankreich , den 16. Jan.Bey Jrun, nahe an unserer Gränze, fiel am z. dieß ein Scharmützel zwischenden Linicntruppen und den navarrischen Insurgenten vor, das z Viertelstundendauerte, und wobey man deutlich von der einen Seite: Es lebe der König! vonder andern: Es lebe die Konstitution! als Feldgeschrey hörte. Die französischen Eränzposten standen unter den Waffen.

London , den 11. Jan.Es ist hier ein Werkchen erschienen unter dem Titel:Die Lage der Nation