Ausgabe 
(23.1.1822) 20
 
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Nro. 21. Donnerstag, den 24. Jan. Anno 1822.

AugsburgifcheOrdinariPostzeitung

Von Staats/ gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten^

Mit allerhöchsten ^7 ^ ?/ e Z ?'e?/.

Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt ». verlegt von Joseph Anton Moy^wohnhaft auf dem obern-Gmben in dem sogenannten Schneidhaus.

München ', den 22. Jan.-Se. Majestät der König haben geruht, den, auf sein ausdrückliches Verlan-gen nach 40jährigen Dicnsiesjahren in den Ruhestand versetzten, rönigl. Appelia-ticnsgerichtspräsidenten, Freyherr» vonEgker, zum wirklichen geheimen Rath inden schmeichelhaftesten Ausdrücken zu ernennen, und ihm das Dekret tax - und sie-gclfren ausstellen zu lassen. Man hat in den letzten Tagen 3 Nächte nach einan-der Feuer in den Umgebungen und in der Ferne der Stadt entdeckt. Am y. dießbrannte zu Neithof im Landgerichte Erding ein Haus mit Stallung und Scheuerab. Das Feuer brach um Mitternacht mit solcher Heftigkeit aus, daß an keine Ret-tung zu denken war^ Nur ein Pferd, eine Kuh und ein halbes Bette konnte derBesitzer retten, alles übrige verzehrten die Flammen.- Man weiß nicht, wie das-selbe konnte veranlaßt- worden seyn..

Wien , öen is. Jan.

Der österreichische Beobachter schreibt: In den neuesten Berichten aus Kon»siantixopel vom 25. und 29. Dez. finden sich noch folgende Data: Die persischenTruppen haben sich, in Folge der Befehle von Teheran , ans allen Punkten zurückgezogen; und durch die Dazwischcnkunft ci.^S bereits abg>.gansenenKommiiiärs derPforte dürften die Zwistigkeiten, die sich nicht sowohl zwischen den Negierungen alszwischen den Granzbehörden erhi^^n, und zu militärischen Gewaltschritten Anlaßgegeben hatten, nun in Kurzem beygelegt werden. Die Pforte hat übrigens dasbey dieser Gelegenheit den Pascha's versch-eoener Gränzsiatthalterschaften zur Lastfallende fehlerhafte Benehmen ernsthaft gemißbilligt In dem Arsenal der Ma-rine und der Artillerie wird mit der angestrengteren Thätigkeit gearbeitet, um einegewisse Anzahl von Schiffen auszurüsten, welche den türkischen Besatzungen in denPlätzen der Morea Mund- und Kricgesvorratbe, tvoran sie großenMangel leiden,zuführen sollen. Der Hauptplatz Napoli di Ronnmia ist bisher von dex Türkenmit vieler Tapferkeit vertheidigt worden; die Griechen sollen aber neuerlich beträcht-liche Verstärkungen an sich gezogen haben. Sie halten auch das Schloß von Lepan-ro enge blockirt. Die Griechen sind nun wieder im Besitz von Athen , nachdemsie ungefähr sechs Wochen lang diesen Punkt hatten aufgeben müssen. Sie machendießmal sehr ernsthafte Ansialten, sich der Zitadelle (der alten AkropoliF), ohnewelche Athen eine unhaltbare Position ist, zu bemächtigen, und haben bereits ei-nige der äußern Befesiigungs-Linien gesprengt. Es ist dem Pascha von Salo-nick gelungen, nach Einnahme der Halbinsel Cassandra, mit den Bewohnern desMonte Santo (Berg Athos ) eine gütliche Uebereinkunft abzuschließen. Die Grie-chen legen die Waffen nieder; dagegen ist stipulirt, daß kein bewaffneter Türke jenewLandstrich betreten wird. Die Pforte legt ans diese friedliche Unterwerfnng einenbesondern Werth, weil der Monte Santo bekanntlich die größten Heiligthümer dergriechischen Kirche einschließt, und als die Pflanzschnle der griechischen Geistlichkeit-betrachtet wird- Modena, den 2. Jan.

Nachdem am 13. Dez. v. I. zwischen diesem Hofe und jenem von Parma ein