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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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Anmarsch des Kronprinzen von Prenßen

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mit der Bitte der 7. Division um Unterstützung durch Artillerie zurück.Die gezogenen Batterien der I.Garde- und der 11. Division trabten vorund eröffneten, bald nach 12 Uhr mittags, von den Höhen südlichWrchownitz und südlich Luzan das Feuer. Auch 5 Batterien der Reserve-artillerie des Gardekorps kamen heran, und von 12^ Uhr ab standen78 preußische Geschütze gegen 40 österreichische vom 2. Korps im Kampfewelche die Front nach Norden genommen hatten und sich tapfer wehrten.

Die Marschkolonnen blieben in Bewegung, der 12. Division, die aber eineBrigade vor Josefstadt beließ, auf Trotina, die 11. auf Ratschitz, vonwo ihre Spitze Trümmer eines aus dem Swiepwalde gekommenen öster-reichischen Bataillons vertrieb. Das 5. Korps traf mittags bei Choteborekein. Die Garde voran die 1. Gardedivision wendete sich teils gegenBenatek, teils gegen Horenowes, das nach kurzem Kampfe besetzt wurde.Um 1 Uhr, als die Preußen die Höhe erstiegen, fuhren die österreichischenBatterien nach Nedelist ab. Die Fasanerie von Horenowes wurde ge-räumt, die von dort abziehende feindliche Infanterie mehrfach von preußi-scher Kavallerie angefallen.

Mit genauer Not erreichte das 2. österreichische Korps die ihm ursprüng-lich zugedachte Stellung von Nedelist. Dort sammelten sich die BrigadenSaffran und Württemberg, die Brigade Thom hielt die Höhe nördlich desDorfes, rechts daneben stellte sich die 2. leichte Kavalleriedivision auf. DieBrigade Henriquez sperrte die Straße von Trotina. Sendrasitz wurdegeräumt. Leichter gestaltete sich der Rückmarsch des 4. Korps, das denbei weitem näheren Weg hatte. Auf dem von Chlum nach Nedelist sichhinabsenkenden Bergfuße wurden 120 Geschütze entwickelt. Bei Chlum nahmdie Brigade Brandenstein Aufstellung, vorwärts der Artillerie die Brigade Erzherzog Josef , dahinter der Rest der Brigade Poekh, im Dorfe die Bri-gade Appiano vom 3. Korps; am Westrande die Brigade Benedek. Süd-westlich davon hielt die 1. Reservekavalleriedivision.

Der zurückgebogene rechte Flügel der österreichischen Schlachtlinie hattesich also im letzten Augenblick noch bilden können, aber er bestand jetztzum großen Teile schon aus stark erschütterten Truppen, die den Kampfim Walde von Maslowed durchgemacht hatten. Ihre Widerstandskraftwar keine große mehr.

Die Entscheidung nahte.

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Als Feldzeugmeister Benedek früh zwischen 8 und 9 Uhr auf der Höhebei Chlum eintraf, tobte bereits der Kampf im Walde von Maslowed, der