ZZ4 VI- Die Kämpfe um Deutschlands Einigung
Durch das Vordringen der preußischen Garde war die noch immer beiCistowes stehende Brigade Fleischhacker vom 4. österreichischen Korps völligumgangen worden und suchte nun hinter den Angreifern über Masloweddurchzukommen, stieß aber dort auf eine zurückgehaltene Staffel der 1. Garde-division, verlor ihre Batterie trotz des wackeren Beistandes einer Husaren-eskadron, kehrte wieder um und schloß sich im Lipaer Walde dem 3. Korpsan. Auch das Husarenregiment des 4. Korps, das die preußische Garde-Artillerie im Rücken ernsthaft gefährdet hatte, kam, nachdem es abgewiesenworden war, noch nach Langenhof durch. Der linke Flügel der Artillerie-linie rettete sich auf die Höhe zwischen Rosberitz und Sweti.
Das rechts neben dem 4. österreichischen Korps stehende 2., das denAnschluß bis zur Elbe bildete, hätte dort jetzt zäh aushalten müssen, umden Rückzug der zusammenbrechenden Armee über die Kriegsbrücken nachdem linken Ufer zu sichern. Es wich jedoch um 3 Uhr nach kurzemKampfe bei Lochenitz und Nedelist vor den herankommenden Divisionendes 6. preußischen Korps hinter den Fluß zurück. Westlich Nedelist fielen ^13 Geschütze von der wacker ausharrenden Reserveartillerie den Siegernin die Hände. Die verfolgende preußische Kavallerie wurde freilich nochvon der österreichischen Division Taxis abgewiesen; dann aber verschwandauch diese.
Jetzt erschien das österreichische 6. Korps aus der Reservestellung aufdem Plane. Seine Artillerie stand, auf 120 Geschütze verstärkt, zwischenSweti und Wsestar schon im Feuer. Die Jnfanteriebrigaden schwenktenrechts; General v. Nosenzweig führte die seine sofort gegen Rosberitz vorund warf die durcheinandergekommenen preußischen Gardebataillone, diesich zum Teil auch verschossen hatten, aus dem Dorfe hinaus. Unterschweren Verlusten drang sie sogar bis nahe an Chlum heran, wo sich diePreußen wieder gesammelt hatten. Auch deren Artillerie mußte auf dieHintere Höhe zurück. General v. Hiller, der Kommandeur der preußischen1. Gardedivision, fiel.
Aber der Stoß erlahmte, da es ihm an hinreichender Unterstützungfehlte. Im entscheidenden Augenblicke trafen auf preußischer Seite dieersten 6 Bataillone des 1. Armeekorps mit 2 reitenden Batterien ein, diesogleich am Südausgange von Chlum auffuhren; 2 gezogene gesellten sichbald zu ihnen. Die in breiter Front vorgehenden frischen Bataillonewarfen, untermischt mit der Garde, die Österreicher wieder auf Rosberitzzurück. Dies Dorf ward zum zweiten Male genommen, als jetzt auchschon die 11. Division von Sweti aus dagegen vorging. Vergeblich suchteFeldmarschalleutnant Namming es mit den Brigaden Jonak und Hertwek