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die von Victor Emanuel erfahrene Abweisung eine für die eigene Sicher-heit bedrohliche Erschütterung erfahren habe. Das konnte nur durch einenmühelosen Gewinn wieder gut gemacht werden. In der Nacht vom 11.zum 12. Juli war sein Botschafter Graf Benedetti im preußischen Haupt-quartier erschienen. Österreich mußte, wenn irgend möglich, durch eineneue Niederlage zur Annahme der preußischen Forderungen gefügig ge-macht werden. Das war nur möglich, wenn die bei Wien sich sammelndeArmee geschlagen wurde, ehe Benedek heran war. Der II. Armee wurdeam 13. die Aufgabe gestellt, „eine Vereinigung der österreichischen Nord-und Südarmee unter allen Umständen zu verhindern." —
Anfänglich wollte Benedek, wie es ihm auch befohlen war, den Marschnach Wien längs der March ausführen. Armeegeschützreserven und Brücken-trains hatten ihn schon begonnen; die vordersten Truppenstaffeln folgten.Bei der Annäherung der ganzen II. preußischen Armee, die ihm durchaufgefangene Briefe bekannt wurde, erkannte er wohl die Gefahr diesesMarsches, wies dem zuletzt von Olmütz abrückenden 6. Korps auch schonden Weg über Weißkirchen ins Waaggtal zu, änderte aber sonst im Augen-blicke nichts. Erst bei Göding sollte die March überschritten werden.
Am 14. erschien preußische Kavallerie bereits bei Proßnitz in der Flankeder Armee.
Am 15. brach das 8. Korps am rechten Marchufer von Olmütz nachKojetein auf. Zur Sicherung dieses Marsches sollte die 2. leichte Ka-valleriedivision bei Tobitschau stehen, um dann mit dem noch bei Prerauauf der andern Marchseite belassenen 1. Korps die Nachhut zu übernehmen
Am Abend vorher waren aber von der Preußischen Kavallerie schon lang-gedehnte Staubwolken zwischen Littau und Olmütz sowie von dort südlichim Marchtale beobachtet worden. Es wurde klar, daß die Österreicher imAbmärsche wären. Landeseinwohner bestätigten es. Der mit der Kaval-leriedivision nördlich Proßnitz eingetroffene General v. Hartmann entschloßsich daher zu einem Vorstoße in der Richtung auf Prerau, erbat dazuJnfanterieunterstützung, erhielt sie aber, da es bereits spät geworden war,erst am 15. in der Brigade Malotki vom 1. Armeekorps.
Die Gefechte von Tobitschau und Roketnitz am >^5. Juli l.366
(S. Skizze 32)
Die Brigade Malotki brach am 15. Juli früh 4 Uhr auf. Sie solltedie Brücken zwischen Tobitschau und Traubek für die vorgehende Kavalleriesichern. Als sie sich Tobitschau näherte, wollte gerade das 8. österreichische