Benedek biegt ins Waagtal aus
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ein; Benedek ließ auf sich warten. Da der Erzherzog sehr richtig fürPreßburg fürchtete, wo die Preußen der Nordarmee zuvorkommen konnten,so entsandte er am 17. die Brigade Mondel vom 10. Korps, die solangedie Marchbrücken bei Marchegg für den Durchzug der Nordarmee gesicherthatte, nach Blumenau. Dort treten die letzten Ausläufer des schützendenBergzuges der kleinen Karpathen an den Strom heran, und es bildetsich ein Engpaß, in dem der von Westen gegen Preßburg vordringendeGegner aufgehalten werden kann.
Benedek erhielt noch den Befehl zu einem Vorstoß, um die Bewegungender preußischen Armeen aufzuhalten. Bei der Verfassung, in welcher sichdie Nordarmee befand, war aber an die Ausführung nicht zu denken.Der Marsch durch das arme Gebirgsland hatte sie noch besonders an-gegriffen, die Zerstörung der Eisenbahnbrücke von Göding durch preußischeKavallerie, einen Teil der mit der Bahn beförderten Truppen auf dieLandwege verwiesen. Mühsam, wenn auch ungestört vollzog sie ihrenMarsch. Der Umstand, daß das Oberkommando der II. preußischen Armee,um der Vereinigung mit den Hauptkräften vor Wien vorzuarbeiten, dasGarde- und 6. Korps schon auf Brünn in Bewegung gesetzt hatte, machteandererseits alle Pläne, die Österreicher noch auf dem Rückzüge anzu-greifen, hinfällig. —
Im großen preußischen Hauptquartier mußte man sich dem Kampfe ander Donau zuwenden, von dessen Ausgang jetzt alles abhing. Da dergrößte Teil der österreichischen Südarmee mittlerweile bei Wien einge-troffen war, rechnete man sogar mit der Möglichkeit einer Offensive vondort her, an der wohl 150 000 Mann teilnehmen konnten. Zunächst warauf die Nachricht vom Abmarsch der Österreicher von Olmütz die I. Armeenach Lundenburg, die Elbarmee, die bei Jetzelsdorf südlich Znaim nochein Scharmützel mit Edelsheimschen Reitern bestanden hatte, nach Laalinks geschoben worden, um eine günstige Richtung für Angriff und Ab-wehr gegen die beiden österreichischen Heeresgruppen zu gewinnen. Danngingen diese erst an den Zaya-, später an den Weidenbach vor. KleineZusammenstöße mit dem Feinde ereigneten sich nur bei Gaunersdorf undSchrick sowie bei Holics, wo der wackere Widerstand einer kleinen öster-reichischen Abteilung zahlreiche hinter ihr durchmarschierende Trains derNordarmee rettete.
Am 18. Juli ging das große Hauptquartier nach Nikolsburg und er-ließ am folgenden Tage seine Befehle für die Einleitung zum Angriff aufdie Donaulinie. Alle drei Armeen sollten sich hinter dem Rußbach ver-einigen, und zwar die Elbarmee bei Wolkersdorf, die I. bei Deutsch Wagram ,