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Bundesgenossen zurück. Der Zustand der Nordarmee flößte noch wenigVertrauen ein.
In der Nacht zum 20. Juli wurde in Wien der Entschluß gefaßt, aufder nun schon im allgemeinen bekannt gewordenen Grundlage in Verhand-lungen einzutreten. Man schlug eine fünftägige Waffenruhe vor undPreußen nahm sie an, obschon sie militärisch Österreich zugute kam; denndie Parteien legten sich keine Beschränkungen bezüglich der Bewegung derrückwärtigen Truppen auf. Benedek konnte in Ruhe heranrücken.
Am 22. mittags sollte sie beginnen.
Das Gefecht von Blumenau am 22. Juli ^366
Die österreichische Brigade Mondel hatte dicht nördlich Blumenau einesehr starke Stellung genommen. Rechts und links lehnte sie sich an schroffewaldige Berghänge an. Zum Schutz der linken Flanke war Kaltenbrunnbesetzt. 3 Bataillone, 16 Geschütze standen in vorderster Linie, dahinternoch eine starke Reserve und von Preßburg vorgezogene Kavallerie. Rück-wärts im Paß war die Brigade Schütte — früher Henriquez — vom2. Korps aufgestellt und hatte die Höhen zu beiden Seiten gegen Um-fassungen gesichert. Auch der Kalvarienberg, unmittelbar vor Preßburg,wurde von der Stadt aus besetzt; am Bahnhofe dicht dabei hielten dieBrigaden Thom und Saffran, bei Ratzersdorf die Brigade Württemberg ,um eine Umgehung des Passes zu hindern. Alles war geschehen, den Vor-marsch der Nordarmee zu sichern.
Auf Vorschlag des Generals v. Bose entschloß sich Fransecky, in derFront den Kampf mit Teilen der 7. Division nur hinhaltend zu führen,während Bose mit einer Brigade der 8. den Paß über die waldigen Höhenhinweg nördlich umgehen wollte. Infolgedessen entwickelte sich ein Ge-schützkampf vor dem Passe, in dem sich die beiden Artillerien nach undnach verstärkten, die österreichische aber wegen des Munitionsmangels, derbei ihr herrschte, allmählich zu unterliegen begann und teilweise abfahrenmußte. Ein Gehöft nördlich Blumenau, sowie die Waldhöhen südwestlichdavon wurden von den Preußen genommen; Blumenau jedoch blieb inösterreichischer Hand.
Um 72/2 Uhr hatte General v. Fransecky die Nachricht vom Abschlüsse desWaffenstillstandes erhalten. Es war aber schon zu spät gewesen, um BösesBrigade zurückzurufen, die sich jetzt unter großer Anstrengung durch dasWaldgebirge vorwärts arbeitete. Er mußte die Dinge einstweilen gehenlassen, wie sie wollten. Bose erschien gegen Mittag auf den Höhen amEngpasse und drängte die Brigade Schütte das Mühltal gegen die Donau