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Im Einverständnis mit dem Bundestage und den heimischen Regierungenverweigerte Prinz Alexander dies und ging bis zum 9. Juli nach Hanau und Frankfurt a. M. zurück, um zunächst diese Stadt zu schützen. Am10. wurde geruht.
Die Trennung der Verbündeten war damit vollzogen.
General v. Falckenstein, durch Goebens Gefechte am 4. Juli auf dieNähe stärkerer bayerischer Streitkräfte aufmerksam geworden, versammelteam 5. seine 3 Divisionen bei Geisa, Dermbach und Lengsfeld, schloß dannaber aus dem Verschwinden des Gegners, daß dieser ins obere Werratal zu-rückgegangen sei und wandte sich erneut der Marschrichtung auf Fulda zu.Am 6. stand er zwischen Fulda und Hünfeld , hielt am 7. Ruhetag, glaubtedie Bayern nördlich des Mains nicht mehr erreichen zu können und fragtebei Moltke an, ob es nicht infolge der Schlacht bei Königgrätz zweckmäßigsei, sich zunächst der Länder nördlich des Mains zu versichern. Die Füh-lung mit dem Feinde ging darüber verloren.
Festgestellt wurde jedoch, daß das 8. Bundesarmeekorps aus der Gegendwestlich Fulda gegen Frankfurt a. M. und Wetzlar abgezogen sei; Falcken-stein entschloß sich daher zu einem Vorstoße über die fränkische Saale.Beyer sollte von Fulda über Schlüchtern nach Hammelburg marschieren,Goeben, der sich mit der Armee wieder vereinigt hatte, über Brückenau nach Kissingen , Manteuffel von Hünfeld ebendahin. Am 11. Juli solltendann Beyer und Goeben vor Schweinfurt, Manteuffel bei Kissingen stehen.Diese Anordnungen führten zu den Gefechten an der fränkischen Saale.
Prinz Karl von Bayern hatte nämlich am 9. mit der Hauptmasse derbayerischen Armee Neustadt erreicht, das Kavalleriekorps des Fürsten Thurnund Taxis bei Hammelburg durch die 6. Jnfanteriebrigade verstärkt undden General v. Zoller mit dem Rest der 3. Division und einer leichten'Ka-valleriebrigade beauftragt, den Übergang von Kissingen zu halten. Von Bi-schofsheim beobachtete eine gemischte Abteilung gegen Norden und Nordwesten.
General v. Beyer stieß daher am 10. früh, als er sich Hammelburg näherte, an der Thulba auf bayerische Vorposten und warf sie gegen dieStadt zurück. Zwei bayerische Bataillone nahmen diese, unterstützt durchdie Artillerie vom südlichen Saaleufer her, auf, wiesen die ersten preußi-schen Angriffe an den Höhen nördlich der Stadt zurück, wichen dann aber,als sie rechts umfaßt wurden. Nach kurzem Kampfe geriet das brennendeHammelburg in preußische Hand, die Bayern zogen über Fuchsstadt ab.Der Verlust war unbedeutend.