Beunruhigung der rückwärtigen Verbindungen
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bataillon und eine Neservehusareneskadron von einer Freischar unterRicciotti Garibaldi überfallen worden und hatte erhebliche Verluste gehabt.Auch die Besatzungen von Langres und Besanyon machten sich bemerkbar.Größere Zusammenstöße mit dem Feinde aber blieben noch bis MitteDezember aus.
Belfort war inzwischen eingeschlossen worden. Besatzungstruppen ausder Heimat hatten die beiden im Elsaß zurückgebliebenen Reservedivisionenfreigemacht. Die 1. nahm am 8. November die Umstellung vor. Die4. Reservedivision war zu Werders Verstärkung nach Vesoul , eine be-sondere gemischte Truppenabteilung unter General v. Debschitz nach Mont-beliard herangerückt. Werder verfügte nunmehr über ganz ansehnlicheStreitkräfte, hatte aber auch immer noch nach drei Seiten hin Front zumachen.
An der Mosel war inzwischen Diedenhofen nach kurzer Belagerunggefallen. Dem Platze fehlten gedeckte Räume, General v. Kameke, dermit der 14. Division den Angriff übernahm, entschied sich daher zumVersuch einer Beschießung. Batterien wurden auf beiden Moselufern er-baut und am 22. November eröffneten 85 Geschütze das Feuer gegen dentiefgelegenen Platz. Am 24. November mittags trug der KommandantVerhandlungen an, die zum Ziele führten. Eine förmliche Belagerunghätte im aufgeweichten Boden der Umgebung erhebliche Schwierigkeitengefunden. 4000 Mann wurden kriegsgefangen. 199 Geschütze, bedeutendeVorräte an Lebensmitteln, Waffen und Munition fielen den Siegern zu.Nunmehr konnte sich die 14. Division an die Belagerung der Festungenentlang der Nordgrenze machen.
Da sich mittlerweile auch die Verhältnisse in Metz geordnet, Stadt undFestung ihre eigene Besatzung erhalten hatten, konnte die 13. Division vomGroßen Hauptquartier nach Süden abberufen werden, um den weiten Raumzwischen Werder und der II. Armee zu sichern.
Der Leldzug an der Loire bis ?uin Gnde des Iahres 1(870
(Vgl. Skizze 52, S. 487)
Das eigentümliche Gepräge des Krieges hatte sich mit dem ersten nunbeendeten Abschnitte des Kampfes gegen die Republik vollkommen geändert.Die Kriegshandlungen waren weniger ernst, wie zuvor, aber verwickeltergeworden; das Kriegstheater gewann nach allen Richtungen hin eine weitgrößere Ausdehnung. Es galt jetzt, die Unternehmungen der einzelnenselbständig auftretenden Heereskörper mit dem Hauptziele, der Unterwerfung
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