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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
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Dinge, welche jene andauernd bedeutsamsten Bedürfnisse mensch-licher Individuen und Haushaltsführungen zu befriedigen bestimmtsind. Es war ja aber auch außerdem die geschichtliche Entwick-lung menschlichen Kulturlebens offenbar verbunden nicht bloß miteiner Vervielfältigung der technischen Produktionsmittel, sondernauch mit dem Ilervortreten neuer Ansprüche der Menschen an ihreAußonwelt, welchen sieh dann neue Arten und Species wirtschaft-licher Güter gegenüber gestellt haben.

Somit müssen wir es auch als etwas Selbstverständliches undUnvermeidliches anerkennen, dass sich zur Herstellung so vielerunterschiedlicher Gegenstände eine vorschreitende Produktions- undArbeits-Teilung inmitten des wirtschaftlichen Lebenskreises derMenschen ausgestaltet hat. Wir pflegen dabei zunächst an dieneuere Entwicklung der interpersonalen Arbeitsteilung zu denken,insofern ja die einzelnen Wirtschafter sich darauf beschränkenmussten, für die Herstellung nur noch dieses oder jenes Teiles derim Ganzen begehrten Güter einzutreten. Aber auch wer nur überein bescheidenes Einkommen verfügt, wird sobald er die mancherleiGegenstände seines eigenen alltäglichen Gebrauches und Verbrauchesnäher betrachtet die weitere Thatsache vorfinden, dass dieseGegenstände aus einer großen Anzahl verschiedener und zum Teilweit und sehr weit von einander entfernter Orte herstammen. Unddiese Thatsache verweist ihn dann unmittelbar auf eine weithinvorgeschrittene intcrlokale Produktionsteilung und auf die groß-artigen Leistungen der heutigen Transportmittel zur Befriedigungder wirtschaftlichen Bedürfnisse der im Raume verstreut besiedeltenMenschen.

Sollte sich inmitten solch einer nachsinnenden Betrachtungüber das Wirtschaftsleben moderner Kulturvölker auch der Gebrauchdes Geldes anmelden, so liegt am nächsten, dass man au Geld alsan einen Gegenstand individuellen Besitztumes denkt; wer Geld hat,kann sich durch Hingabe desselben an Andere alle jene in der Näheoder in der Ferne hergestellten Güter verschaffen, wie er in umge-kehrter Stellung auch seinerseits Geld von Anderen haben will undbekommen wird. Der bei der Betrachtung der Produktionsteilungund der Transportmittel so rasch sich aufdrängende Gedanke an