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ihn bildet den „Verbrauehsvorrat derjenige Teil des Vermögens, derzu unmittelbarer Verzehrung bestimmt ist, z. B. die Vorräte anLebensmitteln, die in jeder Hauswirtschaft vorhanden sind“ — wäh-rend er zu dem Kapital nicht bloß das „Erwerbkapital (Erwerb-stamm)“, sondern als eine zweite Gattung auch das „Nutzkapital(Gebrauchstamm)“ rechnet, welches durch Smith’schen Verbrauchs-vorrat wie „Wohnhäuser, Geräte, Equipagen“ u. s. w. gebildet wird.Das Ergebnis ist eine durchgreifende Verschiebung der Grenzliniefür die Güter, welche das Kapital bilden sollen. Man kann hierdie Wahrnehmung wiederholen: an sich ist die Zusammenfassungdes Teiles in dem Vermögen einer Person, „welcher dauerndeGrundlage einer Nutzung ist, die Tauschwert hat“, unter einem be-sonderen Terminus für die AVissenschaft wohl empfohlen. Nur istkein "Grund abzusehen, warum Hermann’« Begriffsbestimmung des,Kapitales“ die richtige und Turgot’s und Smith’s Bestimmungenunrichtige sein sollen. Die Handhabung der Hermann’sehen Grenz-linie bringt abermals den Vorteil, dass man nun s. v. Kapital all’das Gemeinsame vorführen kann, was diesem Güterkreise eignet;allein sie ist ebensowohl — und man darf sagen ebendeshalb —auch von dem Misstand begleitet, dass durch sie Güter vereinigtund Güter getrennt werden, welche von anderen bedeutsamen Ge-sichtspunkten aus umgekehrt getrennt oder vereinigt werden sollten.Wie dürfte man z. B. verkennen, dass es auch sehr wesentlichePunkte giebt, wegen deren man wieder zwischen den Grundstückenund den anderen Kapitalgütern (Hermann’s) unterscheiden muss;andere, wegen deren sein Verbrauchs Vorrat und sein Nutzkapital,noch andere, wegen deren sein Nutzkapital und sein stehendes Ka-pital zusammengefasst werden müssen') u. s. w.
Jedenfalls konnte man, wenn einmal das von A. Smith auchbetonte Moment der Verwendungsweise eines Gutes den Ausgangs-punkt bilden sollte, noch in anderer Weise wie Hermann sichvon Smith entfernen.
‘) Hermann teilte ein: das Vermögen in 1) Gebrauchsvorrat, 2) Kapital;sodann das Kapital in a) Nutzkapital, b) Erwerbkapital; dann dieses Erwerb-kapital in r<) Leihkapital und ß) Produktivkapital, und dieses Produktivkapital inaa) stehendes oder fixes und bb) umlaufendes.
Knies, Das Geld. II. Aufl.
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