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welcher fällig ist, irgend welchen Lohn zu gewinnen, welcher das
Einkommen eines Kapitales ist, das Mensch genannt wird-—
Die Bevölkerung überhaupt, das Resultat von Ausgaben, die gemachtsind, um sie iiuf diesen Stand zu bringen, ist für sich selbst einangehäuftes Kapital.“ Er hätte hinzusetzen können, dass wie „leichtdie Gedanken bei einander wohnen“ mögen, doch Niemand dieGrenzlinie zwischen der Arbeitskraft und der erworbenen Geschick-lichkeit ziehen kann, wenn einmal darauf etwas ankäme; dass dieArbeitskraft jeder Art in demselben Smith’schen Sinne ein Teiloder das Ganze der „fortune“ des Arbeiters ist, und dass nicht nurdie „Geschicklichkeit“ des Arbeiters, sondern auch, um in derdreisten Ausdrucksweise eines M 1 Gull och zu reden, ebenso gut„jedes erwachsene Individuum als eine Maschine betrachtet werdenkann, die zwanzig Jahre emsiger Aufmerksamkeit und eine beträcht-liche Summe von Bauausgaben gekostet hat.“ Was immer beisolchen Erklärungen zu beklagen sein mag, ein „Rückschritt in derSmith'schen Analyse“, wie Roscher meint, liegt darin nicht vor.Wenn deshalb Hermann sich mit großer Entschiedenheit gegendie Meinung Canard’s und Say’s aussprach, so hat er ebenso be-stimmt auch die Behauptung Smith’s zurückgewiesen. Dagegenhat diese sonderbare Verirrung Adam Smith’s durch Stein undRoscher im deutschen Lehrbuch Aufnahme gefunden.
Stein erklärt (Lehrbuch der Volkswirtschaft 1858, S. 97) mitunbedingter Zuversicht: „Der Begriff des Kapitales ist einfach: dasKapital ist die Summe der den Besitz des Einzelnen bildenden undl'iir seine materielle Existenz und Entwickelung bestimmten Güter.Dieser unser Begriff (S. 99) scheidet sich von der bisherigen da-durch. dass er das Kapital nur auf die Einzelwirtschaft be-zieht.“ Als Grundformen des Kapitales aber Averden von Steinunterschieden: „das Güterkapital, welches alle dem Willen desEinzelnen unterworfenen und zur Güterbildung bestimmten unddienlichen natürlichen Dinge enthält; das Wertkapital, welchesden Besitz au wirklichem Wert als Geldkapital und das Recht aufForderung von Werten oder Benützung von Verhältnissen, die zurGüterbildung dienen, enthält, und das persönliche Kapital,welches alle für die Güterbildung ausgebildeten und zu derselben