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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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stiicko für den Landwirt dasselbe sind, was die Maschinen für denGeworbtreibonden!

Nicht oben dieselbe Sachlage besteht dagegen für diejenigenErörterungen, in denen von dem Kapital als einem für den Be-sitzer disponiblen Güter Vorrat die Rode ist. Zunächst zwarscheinen sich auch hier nur Unterschiede zwischen den Grund-stücken und den Produkten bemerkbar zu machen. Die Grundstückebilden zugleich die einzelnen Bestandteile des territorialen Leibesdes Staates, doren besondere Beziehungen zu dem Leben des Volkesin seiner Gesamtheit beachtet werden müssen. AVahrend man sichinnerhalb irgend einer anfänglichen Zeitperiode nur schon vorhan-dene Grundstücke durch Okkupation verschaffen kann, tritt es her-nach immer schärfer hervor, dass ein Vorrat von Grundstücken nichterzielt werden kann, indem man neue Grundstücke herstellt, wieman in demselben Bezirke neue Maschinen in größerer Zahl undin minderguter wie in bester Qualität herstellen kann. Die Zu-nahme der Bevölkerung bedingt eine Zunahme ihrer rechnungs-mäßigenProximität, bei gleicher Verteilung des Grund und Bo-dens wird die auf den Einzelnen fallende Quote eine immer klei-nere, während die Vorräte an Produkten zu derselben Zeit und fürdieselbe Bevölkerung gleichmäßig oder auch in stärkerem Verhältniszunehmen können. Die Folgen dieser Thatsachc für den Erwerbund Besitz von Grundstücken innerhalb eines Landes mit zuneh-mender Bevölkerung dürfen keineswegs deshalb wie etwas Neben-sächliches erscheinen, weil unter den Voraussetzungen für eine in-tensivere Bewirtschaftung des Bodens die kleinere Grundflächedenselben Wert haben kann, welchen früher die größere hatte.Auch abgesehen davon, dass ein Wachstum des Ertrags gleichgroßer Grundstücke mit der Zunahme der intensiveren Bewirtschaf-tung weder an sich unbeschränkt, noch genau in der fraglichenProportion (doppelter, dreifacher, vierfacher Ertrag von allen Hälften,Dritteln, Vierteln der Grundfläche gegen früher) gilt, bedingt geradehier auch eine Frage des Besitzes die Lösung einer Aufgabe derTechnik. Es mag zugegeben werden können, dass je nach den be-treffenden Umständen heutzutage von 100 Morgen Landes sich eingleich großer Ertrag erzielen lasse, als wie er früher von 200 Morgen