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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
Seite
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Waren zu beschäftigen hatten, worauf neuerdings Menger (Grund-sätze der Yolksw. S. 274. 275) die Nationalökonomik aufmerksamgemacht hat. Carl Marx ist (in derKritik der politischen Öko-nomie und in dem Band I. über das Kapital) von einer nach-drücklichen Betonung des hier fraglichen Hindernisses für eine Mes-sung des Wertes der Güter durch ein Geldquantum ausgegangen,was ich bereitwillig anerkenne, obwohl ich die von ihm vertreteneArt der Beseitigung jenes Hemmnisses für irrig erachten muss.

Ein Zoll, ein Quadratfuß, ein Pfund sind, sofern sie, in welcherForm das auch geschehen möge, zur Messung gebraucht werden,von ganz derselben Art mit Dem, was durch sie als Länge,Fläche, Schwere an oder in einem Objekt der Messung bestimmtwerden soll. Das Geld dagegen ist zwar auch ein wirtschaftlichesGut, wie ein solches alle die Gegenstände sind, deren Wert es be-messen soll aber es ist zugleich eine differente Art unterden wirtschaftlichen Gütern, wie dasselbe von allen den Güternauszusagen ist, deren Wert das Geld abschätzen soll. Auch einPfund Edelmetalles repräsentiert deshalb wohl ein genau bemessenesGuts-Quantum, dieses aber von einer besonderen Gattung wirt-schaftlicher Güter. Die fungiblen Güter (res fungibiles) und mannennt mit Rücksicht hierauf von alten Zeiten her das Geld dasfungibelste aller Güter haben das Besondere, dass das eineQuantum derselben als wertgleich für jedes zweite, dritte Quantumvon gleicher Größe fungieren kann. Man kann auf Grund dessenallerdings mit voller Sicherheit an dem wirtschaftlichen Wert deseinen Pfundes Silber den wirtschaftlichen Wert jedes anderen Quan-tums von Silbermessen. Allein deshalb kann man doch nochnicht mit demfungibelsten aller Güter den wirtschaftlichen Werteiner anderen Gütergattung, nicht z. B. Haus- oder Holz-Wertmit Silber-Wert messen! Vielmehr muss jede besondere Güter-gattung als solche etwas Spezifisches, Eigenartiges haben, worindas disparate Element der unterschiedlichen Güterarten belegen ist,so dass sie als effektiv inkommensurabel für und durch ein-ander erscheinen.

Diese Sachlage ist indessen ebensowohl schon in dem natural-wirtschaftlichen Tausch verkehr ohne Geldgebrauch vorhanden: für