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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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Auf die verstellende Ausführung bezieht sich ein kurzer Hin-weis in der zweiten Auflage meiner politischen Ökonomie vom ge-schichtlichen Standpunkt (1883) S. 301 folgenden Inhalts:Wohldas bedeutsamste Vorkommnis (in der sozialistischen Litteratur derGegenwart) ist, dass C. Marx, der wissenschaftlich leistungsfähigstevon allen sozialistischen Schriftstellern der Gegenwart, in umfassen-den und wiederholt geprüften Ausführungen die Arbeit als dieWertsubstanz und das Wertmaß darzulegen unternommen hat,und dieses Theorem als den Eckstein seines ganzen Systemsausdrücklich bezeichnete, während dieser Eckstein unhaltbar ist.Ich habe diese Frage vielleicht die wichtigste Einzelfrage derheutigen Nationalökonomik und folgenreichste für die bevorstehendeEntwickelung unseres wirtschaftlichen Lebens in meinem Bucheüber das Geld einem gegen Marx ausfallenden Spruche durch denNachweis zuführen können, dass die Bestimmung der Wertsubstauzund des Wertmaßes auch für eine sozialistisch organisierte Gesell-schaft ohne Bezugnahme auf den Gebrauchswert eine irrige ist.Ich darf diesen Satz wohl aussprechen nach den Darlegungen, welchein A. Schäffles :Quintessenz des Sozialismus, 7. Auflage, 1879,sich vorfinden. (Vgl. auch Schäffle : Bau und Leben des sozialenKörpers, 1878, Bd. III, S. 32511.) Ich habe hier hinzuzufügen,dass Schäffle sich zwar bestimmt gegen Marx erklärt, aber dochnur wegen der Einseitigkeit desselben, indem er vielmehr gleich-zeitig den Gebrauchswert der Güter und denKostenwert der-selben als entscheidend für die Bestimmung des Wertes erklärt.Dieser Auffassung ist auch Roscher unter Hinweis auf Schäfflebeigetreten.Die wirtschaftliche Schätzung eines Gutes, sagt Roscher,erledigt sich auch für den isolierten Wirt noch keineswegs mit derbloßen Feststellung seines Gebrauchswertes. Weil die Planmäßigkeitjeder vernünftigen Wirtschaft darauf gerichtet ist, mit den kloinst-möglichen Opfern an Lebenslust und Lebenskraft die größtmöglicheBefriedigung der Lebensbedürfnisse zu erlangen, so muss auch einAdam oder Robinson bei seiner Wirtschaft nicht bloß auf dasjenigeachten, was die zu erwerbenden Güter leisten (Gebrauchwert), son-dern auch auf dasjenige, was sie kosten werden (Kostenwert).Selbst dem unentbehrlichsten Gute wie z. B. der atmosphärischen