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„irrationell“ veranlagten französischen Goldstück (1 Zwanzigfranken-stück <=> u /si Gramm „Münz “-Gold, 155 Stück a 5,8065 Gramm feinauf 1 Kilogramm). Es bedarf auch keiner Gabe der Weissagung,um auszusprechen, dass die Wirkungssphäre unserer Zwanzigmark-stücke gewiss nicht durch jene ihre jenseits der Vogesen belächelteIrrationalität (Journal des Economistes, Dezember 1870) beeinträch-tigt worden, und der als rationell präsumirte Vorschlag (Chevalier'su. A.), neue Münzen ä 10 oder 5 Gramm Münz-Goldes (%o fein)zu prägen, von keinem Staato für sich durchgeführt werden wird. DieIrrung erklärt sich teilweise aus dem Mangel einer Unterscheidungsowohl zwischen dor Periode des Geldzählens und der des Geld-wägens, als auch zwischen der Aufgabe für das Weltgeld und derfür die Landesmünzen, worüber wir an anderer Stelle uns weiterausgesprochen haben 1 ). Dor Hauptgrund liegt indessen doch in demvorher angedeuteten Versehen. Es wird die Münze als ein Körpermit dor Eigenschaft der Schwere verwechselt mit der Münze alseinem materiellen Wertträgor. Der Gold- und Silberstoff des Block-motalles wird für die Münzen so gut wie für industrielle Verarbei-tung mit Verwendung der regulären Gewichte gewogen und auf diegonaue Ausmessung des irgendwelchen Gewichtes der Münze wirdbei dor Ausprägung selbstverständlich auch die größte Sorgfalt ver-wendet. Dagogen ist ein durch Wägung festzustellendes Grund-gewicht eines Münzfußes, z. B. 155 Stück auf 1 Kilogramm, gegen-über einem anderen Grundgewicht, wie 200 Stück auf 1 Kilogramm,ebenso wenig minder rationell, wie das Gewicht irgend eines Barrensgegeniibor dem Gewichte irgend eines anderen Barrens. Weil mitden Münzen ihrerseits nicht Gewichtsverhältnisse, sondern Wert-verhältnisse gemessen werden sollen, so sind die „rationellen“ Be-ziehungen der Münze eben auch nicht zu suchen in einer möglichsteinfachen Beziehung ihres Gewichtes zu dem für die Wägung derKörper gebrauchten Grundgewicht, sondern in einer möglichst ge-lungenen Rücksicht auf die Ansprüche des Verkehres an die Geld-stücke als Wertträgor. Auf dieses letztere Verhältnis werden wirbei Besprechung der Währung eingehen.
') Vergl. Weltgeld und Weltiminzen. Perl in 1874.