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lieh ihnen ihre „Holzkompetenzen“ als Besoldungsteile zu belassen.Nichtsdestoweniger fand ein neuer Finanzminister „seine Rechnung“dabei, das Holz des Staates zu verkaufen und den Beamten Geldzu geben, mit welchem sich dann die Beamten ihren Holzbedarfeinzukaufen haben. Wenn der Geselle nicht mehr Wohnung undKost bei dem Meister, sondern nur Geld empfängt, so wird ihmdadurch die Erlangung einer gleich guten Wohnung und Kost nichterleichtert sondern erschwert, jedenfalls abor bloß infolge der eigen-artigen neuen Form des Lohnes eine Veränderung seiner gesamtenLebensweise aufgedrängt. Umgekehrt wehrt sich der Fabrikarbeitergegen die Verabreichung von Lohnteilen in der Form von Kleidungs-stücken, Esswaren u. s. w. aus den Läden des „Trucksysteme»“, ob-wohl er sofort bei anderen Leuten dieselbe Art Waren kaufen muss.
Die massenhafte Verbreitung der von sogenannten Wertpapieren„umschlossenen“ Geldforderungen zur Bewerkstelligung von Güter-übertragungen in dem modernen Verkehr hat dem Geldbedarf unsererVolkswirtschaft eine bedeutsam veränderte Basis gegeben. Wirhaben später zu zeigen, dass es eine ganze Reihe von Geschäfts-Manipulationen giebt, mittelst welcher Geldgebrauch zwischen be-stimmten Personen überflüssig gemacht wird. Ebenso dass nichtbloß Austausch von Forderungen, sondern auch Annahme der „Geld-kreditpapiere“ au Zahlungs -Statt den Gebrauch des Geldes in unge-heurem Umfang erspart. Immerhin setzt der Vollzug dieser Erspa-rung ganz bestimmte Verhältnisse voraus: dass man eine Forderungzum Austausch gegen eine andere hat; dass der Andere bereit ist,ein Geldkreditpapier an Zahlungs Statt zu nehmen u. s. w. Soweitdiese Voraussetzungen ausfallen, muss Geld gegeben werden. Sostellt sich dann der Ersparung von Geld als Tauschmitteldurch Errichtung von Forderungen statt Barzahlung nicht nur einGebrauch von Geld als Zahlungsmittel für präsentierte Forderungenzur Seite, sondern auch ein Gebrauch von Geld als Vorrat inKassa für eventuell eintreffende Forderungen. Diese „Zahlungs-bereitschaft“ wird nach Umständen erklecklich mehr Geld bean-spruchen können, als effektiv für Zahlungen erforderlich wird.
Jedenfalls ist der Bedarf nach Geld als Tausch- beziehungs-weise als Kauf-Verkaufmittel und der Bedarf nach Geld als Zah-