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sind also keineswegs Zirkulationsmittel von derjenigen Art, wie dasGeld ein solches ist und sie verrichten so wenig den Zirku-lationsdienst des Geldes für den Austausch von Waren?als das Geld Zirkulationsmitteldienste leistet anstattder Geldkreditpapiere für Geldforderungen!
Jodes (Edelmetall-)Geldquantum ist ein materielles Gut. Wirdin dem Verkehr ein — präsent vorhandenes — Geldquantum alsÄquivalont in Empfang genommen, so erhält man ein materiellesGut, wolches in allen Gebrauchsweisen verwendet werden kann, wiesie schon besprochen sind. Man kann auch noch nach Empfangdes Geldes jederzeit seinen Willen in betreff der besonderen Ver-wendung derselben ändern; jedenfalls ist jedoch Andern gegenüber„Alles quitt“. Weder der Geldgeber noch irgend wer sonst ist unsnach Empfang des Geldes etwas schuldig.
Auch das Geldquantum, auf welches eine Forderung lautet,ist natürlich ein materielles Gut. Aber von diesem später zu über-gebenden materiellen Gute ist doch die fragliche schon jetzt existie-rende Forderung so genau zu unterscheiden, wie z. B. der Ansprucheines mittelalterlichen Gutsherrn und die ihm von den Bauern inspäteren Jahren zu leistenden Frohndienste. Die Forderung, wie sieals solche schon jetzt vorhanden besteht, ist ihrerseits etwas Im-materielles, „res incorporalis“, und als Anspruch auf die Leistungeines Verpflichteten schon in der laufenden Gegenwart von Personzu Person übertragbar.
Wenn nun Geld als Tausch- oder Kauf-Verkaufsmittelden in betreff zweier anderer Güter begehrten Austausch er-leichtert, so geschieht dies — wie schon früher besprochen ist —indem das Geld selbst den Gegenwert in sich enthält, und sachlichzwei verselbständigt abgeschlossene Tauschakte, statt des einen imgeldlosen Verkehre eintreten. Wer dagegen sein Gut vertauschenoder verkaufen will und in einem ersten Akte statt einer Geldsummeeine Geldforderung erhält, der hat überhaupt (sachlich) gar nichtsbekommen, wenn seine Geldforderung nicht in einem zweiten Akte„honoriert“, „realisiert“ wird. Darum kann die Vermehrungder Geldkreditpapiere niemals eine Vermehrung desGeldes, sondern immer nur eine Vermehrung der Geld-