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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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Silbergeldes platzgegritfen hatte. Und wem dann die thatsächlicheVerbreitung des Goldgeldes als gesetzlichen Zahlungsmittels in Frank-reich u. s. w. höchst erheblich erschien, der gewahrte doch auchwieder, dass infolge der Preissteigerung so vieler geringwertiger Ge-brauchsartikel ganz allgemeinen Bedarfs und der weitverbreiteten Er-höhung der Arbeitslöhne, die in niedrigerem Betrag zur Auszahlunggelangen, sowie infolge der weiteren Entwickelung detaillierter Ar-beitsteilung, der Umfang, in welchem grobes Silbergeld an Stellevon Scheidemünzen in den Ländern mit Silberwährung und höher-haltige Silber-Scheidemünzen an Stelle anderer Scheidemünzen inden Ländern der Goldwährung zur Verwendung kommen, einesehr große Steigerung hatte erlangen müssen.

Von solchen Wahrnehmungen ausgehend, konnte man dannauch die Thatsache zu erklären suchen, dass mehrere Jahrzehntehindurch eine den enormen Veränderungen in der Produktion auchnur einigermaßen entsprechende Veränderung in der Wertrelationder für die Währung in Betracht kommenden beiden Edelmetallenicht eingetreten, dieselbe vielmehr im Durchschnitt um 1870nahezu die gleiche, wie im Beginn des Jahrhunderts und schon inder nächsten Zeit vorher war. Das war um so bemerkenswerter,als es an Ansätzen nach beiden Richtungen hin nicht gefehlt hatte.Nicht nur die kurzen, lebhaften Preiserhöhungen, welche das Goldin den Ländern mit Doppelwährung und mit sogen. Papierwährungin unruhigen Zeitläuften wegen seiner hervorragend größeren Befä-higung für Wertaufbewahrung und Werttransport erfahren muss,waren immer wieder beglichen worden. Auch jene langsame undnur im säkularen Verlaufe oder wenigstens erst nach Reihen vonJahrzehnten konstatierbare Verschiebung in der Wertrelation beiderMetalle hatte sich so undeutlich ausgesprochen, dass die Prophe-zeiungen größter Entwertung des Goldes und größter Entwertungdes Silbers neben einander auftreten und Merkzeichen zusammen-stellen konnten. Zweifellos hatte die (nachher besonders zu be-sprechende) in mehreren Staaten gehandhabteDoppelwährungeinen höchst bedeutenden Einfluss auf die Erhaltung jener Wert-relation ausgeübt. Bei dieser Doppelwährung aber mussten Frank-reich und seine Münzverbündeten wohl noch eine nächste Reihe