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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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dos Jahres XI (28. März 1803) sei keineswegs die Fixierung derWertrelation zwischen Gold und Silber auf 1 : 15'/ 2 gewesen, manliabo gewusst, dass kein Gesetz diese Fixierung bewirken könne.Dagegen hätte die unvermeidlich im Verkehr sich einstellende Wert-veränderung die Alternierung in dem Gebrauch zu Zahlungen jetztdes billiger gewordenen Goldes und ein anderes Mal des billigergewordenen Silbers herheifiihren sollen. Das umschließe zwar einegewisso Begünstigung für den Schuldner, aber diese entspreche demGoiste der französichen Gesetze überhaupt (Notre code dans uneProvision sage et humaine, a toujours eu soin de menager la positionde Poblige: dans le doutc il veut, que linterpretation legale favorisecelui-ci). Aus der Geltung dieses zweifachen gesetzlichen Zahl-mittels resultiere die möglichst große Wertkonstanz des gesetzlichenWertmaßes, eine entschieden größere als bei einfacher Silberwährungoder Goldwährung (vgl. auch oben S. 176). Denn sobald das eineMetall im Preise heruntergeht, machen die Schuldner ihre Zahlungenin diesem. Die mithin nach dem wohlfeiler gewordenen Metallwachsende und nach dem andern Metall sich verringernde Nach-frage bringt die Entwertung des ersteren zum Stehen und vermittelteine Eingrenzung der Oszillationen in der Wertrelation um die indem Gesetz ausgesprochene. Dagegen könne bei einfacher Währungdie Verwohlfeilerung oder die Verteuerung des eines Währungs-mctalles ungehemmt weiter gehen und innerhalb viel größerer Ab-stände sich bewegen. So erkläre sich auch die Thatsache, dassman bis heute im Ganzen nur so mäßige Schwankungen der Wert-relation um den Satz von 1 : 1572 herum erfahren habe. DieEntwickelung dieser segensreichen Frucht aus der für Frankreich seit 1803 gesetzlichen Fakultativwährung sei dadurch unterstütztworden, dass innerhalb der Grenzen des englischen Weltreiches(wegen der Silberwährung in Ostindien) eigentlich auch gleichzeitigGold- und Silberwährung bestanden habe, noch mehr durch dieThatsache, dass die verschiedenen Staaten der Erde, indem die eineneinfache Goldwährung, die andern einfache Silberwährung hätten,im Ganzen genommen ein großes Verkehrsgebiet mit gleichzeitigerGeltung der Silberwährung und der Goldwährung darstellten. Sobaldman dem Drängen auf allgemeine Verbreitung der einfachen Gold-