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Eine Abbeugung von der Wertrelation 1 : 15 V 2 um das Maß von2', 2 % nach oben oder unten scheint das Maximum gewesen zu sein,welches der Export von dem Londoner Metallmarkt einesteils nachParis, audernteils nach Asien zugelassen hat.
Diese dritte Strömung der Edelmetalle ist also nicht die Folgeeiner vorher begründeten Handelsbilanz, vielmehr geben die fraglichenMetallsendungen wie andere Gütersendungen Posten für die Handels-bilanz ab. Wie sich der doppelte Grenzübergang bucht, hat schonGaliani, wenn auch in einer sehr drastischen Exemplifikation an-schaulich gemacht: „Gesetzt das Gold stehe in Wahrheit zum Silberwie 15 : 1, werde aber in der Miinzordnung nur zu 13 geschätzt.Nun gehen 100,000 Unzen Gold außer Land und werden dabei mit1,300,000 Unzen Silber bezahlt. Stellt man nachmals das natürlicheVerhältnis in der Miinzordnung wieder her, so wird man für die1,300,000 Unzen Silber nur 86,066 Unzen Gold zurückimportierenkönnen“ (bei Roscher a. a. 0. S. 25). Wolowski würde freilichdieses Beispiel nicht am Platze finden, weil er meinen musste, dasswenn der Staat das Verhältnis auf 1 : 13 ansetzt und festhält, derKurs nur um dieses Verhältnis herum oszillieren kann.
Von den in Vorstehendem besprochenen Ausführungen über eineDoppelwährung, wie sie insbesondere von Wolowski befürwortetwurde und von besonderen Vorteilen, sei es für die Schuldner sei esfür bezügliche Handels- und Arbitragegeschäfte, sowie von besonderenAusgaben für Transport und Prägung von Münzen begleitet ist, hatder später, im Anschluss an Cernuschi 1 ), aufgetretene „Bime-tallismus“ wohl die erste Anregung und gewiss eine sehr erheb-liche Förderung erlangt, immerhin aber bleibt ein sehr bedeutsamerGegensatz zu beachten. Napoleon III hatte in den sechziger Jahren
’) Wie Wolowski die Zuversicht auf den Sieg seiner Befürwortung einerDoppelwährung mit Hinweis auf die Zustimmungserklärungen in England, Deutsch-land und Amerika am Schluss der Vorrede zur 2. Auflage der „La question mo-
netaire“ 1869 aussprach („L’idee a müri-qu’on la discute libreraent, et nous
ne sommes nullement inquiet du resultat — Lascialo pur andar che farü buonviaggio“), so bat sein Gegner Cernuschi am Schluss der Vorrede zu „Le bi-metallisme en Angleterre“ 1879 in gleicher Zuversicht erklärt: „Le bimetallisme,qui est ä l’oeuvre depuis 1874, n’aura pas ä attendre la dixiöme annee pourtoucher au but“.