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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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anderen wichtigen Stelle, dass es außerordentlich leichter ist, mitäußeren Mitteln die Menschen zu zwingen etwas zu leiden, alsetwas zu thun. Auf den Zwang gegen die Verkäufer zur Entgegen-nahme der Scheinewie bar Geld, muss bald die Feststellung derHöhe der Preise folgen; auf diese der Zwang zum Verkauf; aufdiesen der Zwang zur IlerboischafTung und Produktion der Wareu. s. w. Inmitten solcher Vorgänge empfindet natürlich gerade auchDerjenige, welcher früher im Besitz einer Geld-Forderung war, dasscs nicht Geld ist, durch dessen Übergabe er vom Schuldnerbe-zahlt worden ist.

Darin, dass man über die allseitige Verwendung desunein-löslichen Papiergeldes mit Zwangskurs an Stelle der bezüglichenNominalbeträge in Metallgeld überhaupt einen Zweifel, nur Ver-trauen, nicht Gewissheit haben kann, ist freilich für sich selbstschon ein Element für das Nicht-Pari vorfindlich. Im Übrigen istcs nicht nötig, hier nochmals besonders zu begründen, dass undweshalb Papiergeld jedenfalls nur innerhalb gewisser Schranken fürdie Ausgabe mögen dieselben auch nach Zeit, Ort u. A. un-gleich sein ein Pari mit Geld bewahren kann. Es lässt sichunschwer erkennen, dass weder die richtige Bemessung noch dieEinhaltung dieser Schranken sicher gestellt ist, wenn man sie nurvon der persönlichen Einsicht und dem freien Willen der auchwechselnden Staatslciter zu erwarten hat. Vorausberechnungensind schwierig und durchzogen von unsicheren Elementen. Die wiebei manchen Krankheiten vielleicht erst nach einer täuschendenIncubationsperiode hervortretenden Symptome einer hypertrophischenPapiergeldausgabe sind zwar sicher erkennbar. Es ist aber vielleichter von einer übergroßen Emission abzustehen, als von ihrzurückzukommen. Wie schwer wiegt die Besorgnis, dass ein Staat,welcher im ruhigen Verlaufe der Zeit dem Verkehr eine mäßigeSumme jener Zahlungsscheine übergeben hat, in der Stunde derNot vor Allem durch vermehrte Ausgabe derselben sich finanzielleHilfe zu beschaffen suchen werde. Dann aber müssen ja auch dievorher im Verkehr aufgenommenen Scheine dem Strudel der Ent-wertung zugeführt werden. In diesen Stunden der Staats-Not wirdgar nichts mehr auf den Umfang des Gebrauchsbedarfes innerhalb