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zur Entstehung eines Rechtes aus irgendwo aufkeimender und all-mählich sich verbreitender und festigender Gewohnheit vor uns.Aber nachdem einmal Geld überhaupt in Brauch genommen undinsbesondere dann auch durch die edlen Metalle erstellt war, habendie Monschon doch auch bewusst und überlegt die nützliche Ver-wendung desselben auszudehnen und zu erhöhen unternommen. Undhier konnte sich nun wiederholen, dass das Geld seinerseits einfachals ein totes Ding der „Außenwelt“ erschien, welches den Menschen,nachdem diese kluger Weise Münzen zu formieren verstanden haben,allerhand nützliche Dienste zu leisten bestimmt ist und diese DiensteNiemand versagt, in dessen Besitz es gekommen ist. Aber auchvom Geldgebrauch her welche „Rückwirkungen“! Ich habe schonan vielen einzelnen Stellen auf besondere Folgen hingewiesen, welchesich ohne beabsichtigt und erwartet zu sein, an bestimmte Funk-tionen des Geldes angeschlosson haben. Hier möchte ich zunächstnoch einige allgemeine Wahrnehmungen über Zusammenhänge dieserArt hinzufügen.
Wer — wenn auch nur „in der Hauptsache“ — von eigenemBesitztum und dem Verzehr seiner Arbeitsprodukte leben will, muss„Rohproduzent“ sein. Sind jedoch Ackerbauer, Ileerdenbesitzer,Jäger, Fischer, im Geleite einer Erleichterung und Vermehrung be-gehrter Tauschvorgänge zu Geldgebrauch gelangt, so wird bald ineinem regelmäßigen und gefestigten Geldgebrauch ein nötiger Rück-halt für das Aufkommen neuer Arbeitsteilung und das Hervortretenneuer Gruppen von Wirtschaftern gegeben. Die natural wirtschaft-liche Arbeitsteilung, wie sie auf einem größeren Hofgute (in einemhellenischen „Oikos“, einer altfränkischen „Villa“) in nicht unbe-deutendem Maße vorfindlich sein kann, setzt voraus, dass in demBesitztum und Einkommen des Hofherrn ein Vorrat von allen denverschiedenartigen Gütern gegeben ist, aus welchem dem Arbeiterfür seine teilige Leistung die Gesamtheit der ihm nötigen Lebens-mittel dargeboten wird. Aus solcher Gebundenheit an das Hofgutkann der arbeitsteilige Produzent (ohne selbst Gutsbesitzer gewordenzu sein) heraustreten, wenn er die Vergütung für seine Leistungjeweils in dem Quantum einer solchen Güterart bekommt, für
welche er alle seine verschiedenartigen Bedarfsartikel ohne Be-Knies, Das Geld. II. Aufl. qq