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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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schwerde eintauschen kann, und diese Giiterart wird eben durchdas Geld erstellt. Ich werde den weiteren Zusammenhang des Geld-gebrauches auch mit der höheren Entwickelung der arbeitsteiligenProduktion nicht vorzuweisen brauchen. Genügt doch gleichfallsoin kurzes Nachdenken um sich zu vergewissern, dass auch schondio Tronnung vonStadt und Land, die Scheidung vonBürgernund Bauern Geldgebrauch voraussetzt, und dass weiterhin städti-sches lieben und diedichtere den Fortschritt der Produktions-teilung begünstigende städtische Bevölkerung der kräftigste Nähr-boden für vermehrten Geldgebrauch geworden sind. Nur etwa daranwäre besonders zu erinnern, dass wenn der Gcldgebrauch eine höherentwickelte Arbeitsteilung nur möglich zu machen scheint, er damitdoch auch zu ihr hinleitet, weil dieselbe sich als eine erfolgreichereProduktiousart orwährt und andere Arten verdrängt.

Wenn sich die Produktion von Formwert durch die gewerblicheIndustrie in den Städten von der Erzeugung von Stoffwert durchdie Rohproduktion auf dem Lande verselbständigt hat, so steht danndoch im Stadthaus wie auf dem Gutshof die mehr oder wenigergroße Gruppe derHandarbeiter neben demGeschäftsinhaber.

Die Arbeiter auf dem Landgute können auch nach Verbreitungdes Geldgebrauchcs die Vergütung für ihre Leistungen in der FormderNatural Verpflegung undnaturaler Lieferungen erhalten.Auch würde ein näheres Eintreten auf die thatsächliche Gestaltungder Lebensverhältnissc von Handarbeitern auf den Höfen der Guts-besitzer und Bauern vielerlei und bedeutsame Erscheinungen solchernaturaler Lieferung und Verpflegung vorzuweisen haben. UnserInteresso ist hier jedoch auf die Folgen des Ersatzes naturaler Ver-gütungen durch Geld-Lohn gerichtet und hierfür kommt vielmehrstädtisches Leben und Hilfsarbeit in der gewerblichen Industrie inBetracht.

Es ist hier jedenfalls auch ein Verhältnis bedenklicher Art her-beigeführt. Wo und so lange der Hilfsarbeiter seinen Lohn in natu-ralen Lieferungen, also vorab in Nahrungsmitteln, Wohnung undKleidung, empfängt, bleibt der Umfang der ihm notwendigen Lebens-mittel dem Lohngeber immer vor Augen; der Bedarf des Arbeitersmag etwas knapp und spärlich oder reichlich bemessen werden, im