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1 (1927)
Entstehung
Seite
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abhalten würde, sich an dem Schutze der schwächerenSeite, der Franzosen , zu beteiligen.

Mit Sir E. Grey konnten wir nahezu alles erreichen;er war bereit, uns auf jedem Gebiet entgegenzukom-men, nur eines konnte ich nicht: ihn von dem Eintrittin den Weltkrieg abhalten in dem Augenblick, wo wirden Franzosen den Krieg erklärten und noch dazu diebelgische Neutralität verletzten!

Das ist die Tragik meiner Mission. Es war mir ge-glückt, dank dem aufrichtigen Wunsche Sir E. Greysund seines Beraters Sir W. Tyrrell, sich mit uns zu ver-ständigen, wie sich England zuerst mit Frankreich unddann 1907 mit Rußland verständigt hatte, die Be-ziehungen zu England so zu verbessern, daß wir aufbereitwillige Unterstützung in allen Fragen rechnenkonnten, die nicht die Gefahr eines Krieges in sichschlossen.

Meine Berichterstattung umfaßt die Londoner Bot-schafterkonferenz, wo der austro-italienische Homun-culus, das Königreich Wied, geschaffen wurde, dieBagdadbahn , bei welcher Sir E. Grey ein so großesEntgegenkommen zeigte, daß er uns den Hafen vonBasra als Endpunkt der Bahn einräumte, den Kolonial-vertrag, der uns weite Interessensphären in den Por-tugiesischen Kolonien zuwies, ein Vertrag von größterBedeutung, bei dessen Zustandekommen ich mich sehrim Gegensätze zur Obstruktionspolitik des Auswär-tigen Amtes der eifrigen und verständnisvollen Unter-stützung unseres Gesandten in Lissabon , Herrn Dr.Rosen, erfreute, sowie endlich meine Darlegungenüber unser Verhältnis zu England und meine dringen-den Warnungen vor einer Politik, die schließlich zumZusammenbruch geführt hat.

Alle diese Fragen sind aus meiner Berichterstattungersichtlich, und dem Leser sei es nun überlassen, zu

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