Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
47
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genden Ratschlägen gemäß die englischen Vorschlägeangenommen worden, so blieb der Welt die größteKatastrophe der Geschichte erspart. Die Vermittlungder Großmächte war mit der Würde Österreich -Un-garns durchaus vereinbar und hätte uns einen glän-zenden diplomatischen Erfolg gesichert. Sein letzterVorschlag, den er in einer Depesche an den britischenBotschafter in Petersburg übermittelte, die er in mei-ner Gegenwart entwarf und mit mir besprach, hättejedenfalls auch die Grundlage bilden können für eineVerständigung. Von der Annahme ausgehend, daßÖsterreich bereits serbisches Gebiet besetzt hätte,schlug er im wesentlichen vor, die kriegerischen Maß-nahmen sowohl auf österreichischer wie auf russischerSeite einzustellen und auf Grundlage des Faustpfandes,das Österreich besitze, durch Vermittlung der nichtdirekt beteiligten Mächte in eine Erörterung der Aus-legung der strittigen Punkte der österreichischen For-derungen einzutreten.

Als ich die Nachricht erhielt von der russischenMobilmachung und den Auftrag, sie zur Kenntnis derenglischen Regierung zu bringen mit dem Hinzufügen,daß unsere auf Wunsch des Zaren unternommene Ver-mittlung dadurch gelähmt sei, schickte ich, da es spätam Abend war und ich nicht wußte, wo Sir EdwardGrey zu finden wäre, den Legationssekretär von Schu-bert damit zu Sir W. Tyrrell. In London war die rus-sische Mobilmachung noch nicht bekannt. Sir W.Tyrrel eilte mit der Nachricht zu Mr. Asquith, wel-cher sich unverzüglich zum König begab und diesenweckte. Um 2 Uhr nachts wurde ich ans Telephon ge-rufen, und der Privatsekretär des Herrn Asquith be-nachrichtigte mich, daß der König unverzüglich an denZaren telegraphiert habe, um ihn um Einstellung derMobilmachung zu ersuchen.