wohl aber ließ er nichts unversucht, um den Friedenzu erhalten. Nach Erscheinen des Ultimatums brachteer Vermittlungsvorschläge in Antrag. Sie wurden vonuns abgelehnt. Er bat uns, mit einem eigenen hervor-zutreten, wir taten es nicht. Auf meine dringendenBitten, ein Kompromiß zustande zu bringen, d a s o n s tder Weltkrieg bevorstehe, erhielt ich nur zurAntwort, wir mußten es ablehnen, uns in den ser-bischen Streit zu mischen, dieser sei lediglich Sache„unseres Bundesgenossen“. Dagegen seien wir bereit,zwischen Wien und Petersburg zu vermitteln. AlsoVermittlung unter Ausschluß des Streitobjektes, d. h.statt einer Vermittlung, die doch nur zweiseitig seinkann, einseitiger Druck, und zwar auf Petersburg undnicht auf Wien.
Wir glaubten durch strammes Fest-halten einen diplomatischen Erfolg er-ringen und Österreich-Ungarn verjüngenzu können. Das war ein verhängnisvollerIrrtum.
Sir E. Greys Formel lautete: Solange es einösterreichisch-serbischer Streit bleibt, will ich michnicht einmischen, wenn aber daraus ein östereichisch-russischer wird, so ist es an der Zeit, daß die nichtdirekt beteiligten Mächte vermitteln.
Sir E. Grey sagte mir wiederholt; „If war breaksout, it will be the greatest catastrophe the world hasever seen." Er hatte recht. So spricht kein Staats-mann, der den Krieg will. Er betrachtete vielmehr denKrieg als den Zusammenbruch seiner Politik. Nocham 29. Juli, als er mich, bezw, durch mich die Re-gierung in der bekannten Form gewarnt hatte, er-klärte er Herrn Cambon, Frankreich solle darausnicht den Schluß ziehen, daß er es unter allen Um-