die Beziehungen hatten sich erheblich verbessert.Petersburg wurde mit Rücksicht auf Wien und auchin Personalfragen ohne Verständnis behandelt; es ge-schah nichts zur Pflege der wichtigen deutsch -rus-sischen Bande.
Was das Ergebnis des Krieges sein wird: Öster-reichs Zerfall und Österreichs Ausschaltung vom Bal-kan , der Preis, für den wir den Weltfrieden sichernund unsere Beziehungen zu Rußland auf eine dauerndeGrundlage setzen konnten.
Wird etwa der Krieg die Entente sprengen? Selbstwenn wir siegten, wird sie gefestigt daraus hervor-gehen und sich, wie vorauszusehen war, zu einerQuadruple-Entente ausgestalten. Zweimal konnte ichauf Grund vertraulicher Anspielungen Sir E. Greysund meines italienischen Kollegen im Laufe des Julidavor warnen, auf die Unterstützung Italiens zurechnen. Ich wurde dahin belehrt, daß Italien die„bundesfreundlichsten" Zusicherungen gegeben habe!
Wie sehr übrigens das britische Interesse dasEingreifen Englands erheischte, zeigt die Haltung derOpposition. Der Brief Bonar Laws vom 2. August, inwelchem er sagte, daß sowohl er wie Lord Lands-downe und sämtliche unionistischen Führer der An-sicht seien, daß es für die Zukunft des Reiches ver-hängnisvoll wäre, jetzt Frankreich und Rußland nichtzu unterstützen, hat die Haltung des Kabinetts jeden-falls beeinflußt, das erst an diesem Tage sich end-gültig entschloß. In diesem Briefe war von Belgien überhaupt nicht die Rede, sondern lediglich von denbeiden Ententefreunden.
Auf jeden Fall war das liberale Kabinett vieldeutschfreundlicher, als ein konservatives es gewesenwäre. Bei den Unionisten waren französische Sym-pathien viel lebendiger, und sie beklagten sich ge-