Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
91
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die Erbitterung, um so schwieriger ein Friedens-schluß, der den gebrachten Opfern entspräche, um sonäher rückt die Gefahr eines wirtschaftlichen Zu-sammenbruchs. Die Widerstandskraft Österreichs wirdauch eher erlahmen als die unsrige.

Eine der schwierigsten Fragen wird Belgien bilden.Die Wiederherstellung und Entschädigung diesesKönigreiches wird eine der Hauptbedingungen Eng-lands bilden. Wir können Belgien nicht gebrauchen,weder geo- noch ethnographisch! Wir haben wederElsaß-Lothringen ganz verdaut noch Posen und West-preußen . Der Vertragsbruch, die Vergewaltigung eineskleinen Landes wird auch in der gesamten Kulturweltdem deutschen Namen zum Vorwurf gereichen. AlleVersuche, uns durch Veröffentlichungen zu recht-fertigen, werden an der Tatsache scheitern, daß deroffensive Charakter der getroffenen belgischen Ver-abredungen nicht zu erweisen ist.

Ich bedauere die geflissentlich betriebene Anglo-phobie, weil sie den Friedensschluß erschwert und zuErwartungen führt, die gefährliche Enttäuschungennach sich ziehen werden. Auch müssen wir uns späterwieder mit England vertragen und können es dochnicht niederzwingen.

Glaubt irgend jemand ernstlich an den AbfallIndiens oder Südafrikas, wo die Buren bereits unter-legen sind, oder an die Besitznahme Ägyptens durchdie Türken? Hier ist übrigens nur das arabische Ele-ment, die Intellektuellen in Kairo , antienglisch, nichtaber die breite Masse der ländlichen Bevölkerung;diese weiß die Wohltaten der britischen Verwaltungzu schätzen, welche in wenigen Dezennien geradezuWunder zur Hebung des Landes vollbracht hat.

Millionen von Streitern werden geopfert, dasdeutsche Volk in einen Kampf um sein Dasein ge-