Lord Roberts , die auf die Notwendigkeit der all-gemeinen Wehrpflicht hinwiesen. („The Writing onthe Wall.“) Ferner die Northcliffepresse und der be-deutendste englische Journalist Mr, Garwin („Ob-server“). Während meiner Amtszeit haben sie sichjedoch aller Angriffe enthalten und persönlich wie poli-tisch eine freundliche Haltung eingenommen. UnsereFlottenpolitik und unsere Haltung in den Jahren 1905,1908 und 1911 hatten bei ihnen aber den Glauben er-weckt, daß es doch einmal zum Kriege kommen werde.Erstere werden heute in England gerade so, wie esauch bei uns geschieht, der Kurzsichtigkeit und Ein-falt geziehen, letztere gelten als die wahren Propheten.
Albanische Frage
Der erste Balkankrieg hatte damals zum Zu-sammenbruch der Türkei und damit zu einer Nieder-lage unserer Politik geführt, die sich mit den Türkenseit Jahren identifizierte. Nachdem die Türkei in Eu-ropa nicht mehr zu retten war, gab es zwei Möglich-keiten gegenüber der Regelung ihrer Hinterlassen-schaft: Entweder wir erklärten unser völliges Des-interessement an der Gestaltung der Grenzen auf demBalkan un«d überließen die Regelung den Balkan-völkern, oder aber wir unterstützten unsere „Bundes-genossen“, trieben Dreibundpolitik im Orient undtraten dadurch aus der Rolle des Vermittlers hinaus.
Ich befürwortete von Anfang an die erstere Lösung,das Auswärtige Amt aber vertrat um so entschiedenerdie letztere.
Der springende Punkt war die albanische Frage.Unsere Bundesgenossen wünschten die Gründung einesselbständigen Staates Albanien, da Österreich dieSerben nicht an die Adria und Italien die Griechen
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