bessern. Dank der entgegenkommenden Haltung derbritischen Regierung gelang es, dem neuen Vertrageine unseren Wünschen und Interessen durchaus ent-sprechende Form zu geben. Ganz Angola bis an den20. Längengrad wurde uns zugesprochen, so daß wiran das Kongogebiet von Süden gelangten, außerdemnoch die wertvollen Inseln San Thomö und Principe,die nördlich des Äquators liegen und dadurch eigent-lich dem französischen Interessengebiet zufielen, eineTatsache, die meinen französischen Kollegen zu leb-haften, wenn auch vergeblichen Gegenvorstellungenveranlaßte.
Ferner erhielten wir den nördlichen Teil vonMozambique , der Licungo bildete die Grenze.
Unseren Interessen und Wünschen wurde seitensder britischen Regierung das größte Entgegenkommengezeigt. Sir Ed. Grey beabsichtigte uns seinen gutenWillen zu bekunden, er wünschte aber auch unserekoloniale Entwicklung überhaupt zu fördern, da Eng-land die deutsche Kraftentfaltung von der Nordsee und von Westeuropa nach dem Weltmeer und nachAfrika abzulenken hoffte. „We dont want to grudgeGermany her colonial developement", sagte mir einMitglied des Kabinetts.
Der Kongostaat sollte auf britische Anregung ur-sprünglich auch in den Vertrag einbezogen werden,was uns ein Vorkaufsrecht und die Möglichkeit ge-geben hätte, ihn wirtschaftlich zu durchdringen. An-geblich mit Rücksicht auf belgische Empfindlichkeitenlehnten wir aber dieses Angebot ab! Vielleicht solltemit Erfolgen gespart werden? Auch hinsichtlich derpraktischen Verwirklichung des eigentlichen un-ausgesprochenen Zweckes des Vertrages, der späterentatsächlichen Teilung des portugiesischen Kolonial-besitzes, bot die neue Fassung wesentliche Vorteile
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