träges Karls II. war, könne die Stellung des Herrnv. Bethmann Hollweg gefährden, als Beweis britischerHeuchelei und Perfidie!
Ich wies daraufhin, daß die Einleitung zu unserenVerträgen ganz dasselbe besage, wie der Windsor-Vertrag und wie andere ähnliche Verträge, nämlich,daß wir die souveränen Rechte Portugals wahren unddie Unversehrtheit seines Besitzes schützen wollten.Vergebens! Trotz wiederholter Unterredungen mit SirEd. Grey , bei denen der Minister immer neue Vor-schläge machte für die Veröffentlichung, beharrte dasAuswärtige Amt auf seinem Standpunkt und ver-abredete schließlich mit Sir Ed. Goschen, daß allesso bleiben sollte, wie es bisher gewesen!
Der Vertrag, der uns außerordentliche Vorteile bot,das Ergebnis einer mehr als einjährigen Arbeit, warsomit gefallen.
Als ich im Frühjahr 1914 gelegentlich eines Dinnersauf der Botschaft, an dem Mr. Harcourt teilnahm, denGegenstand berührte, erklärte mir der Kolonial-minister, er befinde sich in Verlegenheit und wissenicht, wie sich zu verhalten. Der gegenwärtige Zu-stand sei unerträglich, da er, Mr. Harcourt, unsereRechte berücksichtigen wolle, andererseits aber imZweifel sei, ob er sich nach dem alten Vertrage oderdem neuen zu richten habe. Es sei daher dringend er-wünscht, Klarheit zu schaffen und die Sache, die sichnun schon so lange hinziehe, zum Abschluß zu bringen.
Auf einen diesbezüglichen Bericht erhielt ich einensehr wenig höflichen, aber um so erregteren Erlaß,demzufolge ich mich jeder weiteren Einmischung inder Sache zu enthalten hätte.
Ich bedauere es heute, daß ich nicht daraufhinnach Berlin gefahren bin, um dem Monarchen meinenPosten zur Verfügung zu stellen, und daß ich immer
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