tigste Zugeständnis, das Sir Ed. Grey mir persönlichgemacht hatte, war die Verlängerung der Bahnstreckebis Basra . Dieser Endpunkt war nämlich unsererseitsaufgegeben worden, zugunsten des Anschlusses nachAlexandrette, Bagdad bildete bisher den Endpunkt derBahn. Für die Schiffahrt auf dem Shat-el-Arab sollteeine internationale Kommission sorgen. Auch an denHafenbauten in Basra wurden wir beteiligt und er-hielten ferner Rechte an der Tigris -Schiffahrt, die bis-her ein Monopol des Hauses Lynch war.
Durch diesen Vertrag wurde ganz Mesopotamien bis Basra unser Interessengebiet, unbeschadet ältererbritischer Rechte an der Tigris -Schiffahrt und denWilcox-Bewässerungsanlagen, ferner das ganze Gebietder Bagdad- und Anatolischen Eisenbahn .
Als britischer Wirtschaftsbereich galten die Küstendes Persischen Busens und die Smyrna-Aidin-Bahn, alsfranzösischer Syrien, als russischer Armenien . Wur-den beide Verträge vollzogen und ver-öffentlicht, so war damit eine Verständi-gung mit England erreicht, die allen Zwei-fel an der Möglichkeit einer „anglo-ger-man Cooperation" für immer ein Endemachte.
Flottenfrage
Die heikelste aller Fragen war und blieb die Flot-tenfrage. Sie wird nicht immer ganz richtig beurteilt.
Die Schaffung einer mächtigen Flotte am anderenUfer der Nordsee , die gleichzeitige Entwicklung derbedeutendsten Militärmacht des Festlandes zur be-deutendsten Seemacht desselben, mußte in England zum mindesten als Unbequemlichkeit empfundenwerden. Hierüber kann billigerweise kein Zweifel be-stehen, Um den nötigen Vorsprung zu behalten, und
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