selben zu politischen Zwecken nicht zu rechtfertigenwäre. Österreich wurde eindringlich zur Mäßigung auf-gefordert.
Als das Ultimatum erschien, waren alle Organemit alleiniger Ausnahme des stets notleidenden„Standard" einig in der Verurteilung. Die ganze Welt— außer in Berlin und Wien — begriff, daß es denKrieg, und zwar den Weltkrieg bedeutete. Die britischeFlotte, welche zufällig zu einer Flottenschau ver-sammelt war, wurde nicht demobilisiert.
Ich drängte zunächst auf eine möglichst entgegen-kommende Antwort Serbiens , da die Haltung derrussischen Regierung keinen Zweifel mehr an demErnst der Lage ließ.
Die serbische Antwort entsprach den britischenBemühungen, denn tatsächlich hatte Herr Paschitchalles angenommen, bis auf zwei Punkte, über die ersich bereiterklärte, zu unterhandeln.
Wollten Rußland und England den Krieg, um unszu „überfallen", so genügte ein Wink nach Belgrad ,und die unerhörte Note blieb unbeantwortet.
Sir Edward Grey ging die serbische Note mit mirdurch und wies auf die entgegenkommende Haltungder Regierung in Belgrad hin. Wir berieten dann seinenVermittlungsvorschlag, der eine beiden Teilen annehm-bare Auslegung dieser beiden Punkte vereinbarensollte. Unter seinem Vorsitz wären Herr Cambon,Marquis Imperiali und ich zusammengetreten, und eswäre leicht gewesen, eine annehmbare Form für diestrittigen Punkte zu finden, die im wesentlichen dieMitwirkung der k. und k. Beamten bei den Unter-suchungen in Belgrad betrafen. In einer oder zweiSitzungen war alles bei gutem Willen zu erledigen undschon die bloße Annahme des britischen Vorschlageshätte eine Entspannung bewirkt und unsere Be-