Bemerkenswert sind seine Äußerungen über die da-malige Haltung Alexanders II. und deren Motive:„Unser Verhältnis zu Rußland im Jahre 1865 war imganzen ein gutes, trotz unserer nationalen Bestre-bungen, welche in der schleswig-holsteinschen FrageKraft und Ernst gezeigt hatten. Glücklicherweiseteilte Kaiser Alexander die allgemeine Meinung,welche in Herrn v. Bismarck den Hort des Kon-servatismus erblickte und von ihm glaubte, daß, wenner die Waffen der Revolution selbst in die Hand nahm,dies nur geschehe, um sie zu zerbrechen, nicht aberum sie gegen die deutschen Fürsten zu gebrauchen.“Ferner lesen wir: „Die Hauptsache, welche zu unserenGunsten entschied, war freilich anderswo zu suchen,nämlich in der tiefen Verstimmung, welche zwischenFrankreich und England einerseits und Rußland andererseits nach der polnischen Insurrektion ein-getreten war.“
Glänzend sind auch folgende Ausführungen: „Wennnun jene Stimmung, welche der Austausch von Höf-lichkeiten beim Pariser Kongreß und in Stuttgart ge-nährt hatte, zur Zeit des Dänischen Krieges noch fort-gedauert hätte, so wäre die Lostrennung der Herzog-tümer unmöglich gewesen; aber der polnische Auf-stand hatte die ganze Situation verändert, und Bis-marck hatte dies augenblicklich verstanden und gründ-lich ausgenutzt. Kaum war nämlich die Insurrektionausgebrochen, als der preußiche Ministerpräsidentmitten im heftigsten Kampf gegen die Opposition imeigenen Lande offen Partei für Rußland ergriff; un-gebeten, ja fast gegen den Wunsch der PetersburgerRegierung und mehr noch der Warschauer Statthalter-schaft drang ihnen Bismarck unsere guten Diensteauf. Die ziemlich ungeschickt gemachte, vom General-adjutanten Alvensleben abgeschlossene Konvention
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