vom 8. Februar 1863 wurde in Rußland und bei uns,selbst von den Konservativen, getadelt, und zwar soheftig, daß sie halb und halb verleugnet werden mußte;in Paris und London rief sie einen Sturm hervor; inWien machte man sich über sie lustig. Bismarck aber wußte sehr wohl, was er tat, und, abgesehen vonjener nicht glücklichen Form des Abkommens, istdieses als ein Meisterstück des großen Politikers zubewundern." An einer anderen Stelle:
„Am Nachmittage jenes 15, Februar 1763, in dessenFrühe der Hubertusburger Friede unterzeichnetwurde, schrieb Friedrich der Große an Katharina II. und bot ihr seine Dienste in den Wirren an, welchedie bevorstehende polnische Königswahl in Aussichtstellte. Mit diesem denkwürdigen Tage begann dieGemeinsamkeit der preußisch-russischen Interessen imWeichsellande und infolgedessen ihre Solidarität inden meisten europäischen Fragen."
Als der Krieg gegen Österreich sich vorbereiteteund Bismarck dazu entschlossen war, betrachteteAlexander II. diesen Kampf als ein Unglück. Er hattesich noch nicht von den Überlieferungen der HeiligenAllianz freigemacht, und wie sein Vater den Öster-reichern zum Schutze der Legitimität gegen das revo-lutionäre Ungarn Hilfe leistete, so sah auch Alexanderin der Revolution den gemeinsamen Feind, der auseinem solchen Kriege nur Vorteile ziehen würde. Dernational-orthodoxe Gedanke, der später unter Mos-kauer Einflüssen zu einem wachsenden Gegensatz zuÖsterreich führte, wich damals noch in Petersburg dem legitimistischen Solidaritätsgefühl der Dynastien.
In St. Petersburg hatte Schweinitz seinen erstendiplomatischen Erfolg. An der Seite eines schwachenGesandten, der wegen seiner Austrophilie von Bis-marck völlig unorientiert blieb, fiel dem damaligen
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