Oberstleutnant die Aufgabe zu, die Berliner Politikbei Alexander zu vertreten und ihm von jedem natür-lich höchst unerwünschten Druck auf Berlin ab-zuhalten.
„Ich sehe jetzt mit hoher Befriedigung auf jeneschwere Zeit zurück, in welcher ich mit mehr Festig-keit als man in Petersburg bei den VertreternPreußens zu finden gewohnt war, den Standpunktmeiner Regierung verteidigte."
Tatsächlich gelang es ihm trotz mächtiger Gegen-wirkungen namentlich von seiten der deutschen fürst-lichen Verwandtschaft, eine Einmischung des Zaren zuverhindern. Ihm hatte es Bismarck mit zu verdanken,daß er seine größte staatsmännische Tat, die Lö-sung der deutschen Frage im kleindeut-schen Sinne, ungehindert ausführen konnte.
Bemerkenswert ist auch, was Schweinitz über dieStimmung Alexanders II. gegen Napoleon III. sagt:„Das Vorgehen Napoleons in der polnischen Sachehatte ihm bald darauf dem Kaiser von Rußland fürimmer entfremdet, und letzterer hat seitdem bis zumTage von Sedan in seiner Ansicht über jenen Aven-turier nicht einen Augenblick geschwankt."
Seine eigene damalige Lage und die Schwierig-keiten, denen er gegenüberstand, charakterisiertSchweinitz durch folgende Worte: „Ohne jede In-struktion von meinem Hofe, ohne eine Zeile von Bis-marck, ohne Kenntnis von unserer Politik, mußte ichdiese einem mächtigen Selbstherrscher gegenüberverteidigen, der von seiner Gemahlin, von seinerSchwester und von einer Schar deutscher fürstlicherVerwandten ununterbrochen gegen uns gereizt wurde.Unser Gesandter verhielt sich passiv, der Vizekanzlerwar gegen uns, ebenso die russischen Gesandten in
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