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schaftsergüssen für unseren Kaiser unddie preußische Armee.”
Über das Entstehen des unseligen Bündnisses mitÖsterreich erzählt der Verfasser, wie Bismarck dierussische Mißstimmung, die er doch verschuldet hatte,und die in dem bekannten Brief Alexanders II. vom15. August 1879 an Wilhelm I. zum Ausdruck kam,sowie die Entsendung des mit einer Französin ver-heirateten Generals Obrutschew zu den französischenManövern benützte, um Wilhelm I. das Bündnis mitÖsterreich annehmbar zu machen. Inzwischen hattezum großen Verdruß Bismarcks die bekannte Mo-narchen-Zusammenkunft in Alexandrowo stattgefun-den, die den Zaren zu der Äußerung veranlaßte: „Gott sei Dank, ein Krieg mit Deutschland ist unmöglich!"Bismarck aber suchte in einer 30 Seiten langen Denk-schrift an den Kaiser darzulegen, daß die alte und be-währte Freundschaft mit Rußland nicht mehr sicherund nur auf Alexander beruhe, und daß auch diesernicht mehr verläßlich sei! Deshalb müßten wir unsnach anderer Anlehnung umsehen und sorgfältig ver-meiden, die unsichere russische Bundesgenossenschaftdurch Zugeständnisse zu erkaufen, welche uns Öster-reich entfremdeten oder die Stellung des MinisteriumsWaddington gefährdeten, an dessen Erhaltung uns vielgelegen sei. Der Kaiser machte zu dieser Stelle dieBemerkung: „Also ich soll mich auf die zwei Augendes Herrn Waddington mehr verlassen als auf die desKaisers Alexander."
Bekanntlich und glücklicherweise ging Graf An-draszy nicht auf den Wunsch Bismarcks ein, ein orga-nisches Verhältnis zu schaffen, das nur mit Zu-stimmung der beiden Parlamente zu lösen war! Alsoeine Rückkehr zum alten Heiligen Römi-schen Reiche mit den Hohenzollern statt
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